EU-Kommission konkretisiert harmonisierte Mülltrennlabels für Verpackungen

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Das Joint Research Centre der Europäischen Kommission hat einen technischen Vorschlag für EU-weit harmonisierte Mülltrennlabels für Verpackungen vorgelegt. Die Studie soll die Umsetzung der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) unterstützen und einheitliche, materialbasierte Sortierhinweise für Verbraucherinnen und Verbraucher in allen Mitgliedstaaten ermöglichen.

Der vom Joint Research Centre erarbeitete Vorschlag zielt darauf ab, bestehende nationale Kennzeichnungssysteme für Verpackungsabfälle zu harmonisieren und damit Marktfragmentierung sowie Unsicherheiten bei der Mülltrennung zu reduzieren. Grundlage ist ein materialbasierter Ansatz, der sich an den Anforderungen der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung orientiert und auf die Kennzeichnung von Verpackungsmaterialien statt von Sammelzielen setzt.

Fokus auf Materialkennzeichnung und Verbraucherverständnis

Nach Darstellung des Joint Research Centre kombiniert das vorgeschlagene System Piktogramme, Farbcodierungen und kurze Textangaben, um eine möglichst intuitive Zuordnung von Verpackungen zu Abfallfraktionen zu ermöglichen. Ergänzend können digitale Informationsträger wie QR-Codes eingesetzt werden, diese sollen die physische Kennzeichnung jedoch nicht ersetzen. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern klare und handlungsorientierte Hinweise zur richtigen Entsorgung zu geben.

Herausforderungen bei Verbund- und Mehrkomponentenverpackungen

Ein zentrales Thema des Berichts ist die Kennzeichnung von Verbund- und Mehrkomponentenverpackungen. Das Joint Research Centre stellt fest, dass insbesondere Verpackungen aus mehreren trennbaren oder nicht trennbaren Materialien häufig zu Fehlwürfen führen. Während Verpackungshersteller aus Platz- und Designgründen häufig eine reduzierte Kennzeichnung bevorzugen, sprechen sich viele Bürgerinnen und Bürger für eine komponentenspezifische Kennzeichnung oder für erklärende Piktogramme aus.

Die Studie empfiehlt, Herstellern eine gewisse Flexibilität bei der Umsetzung einzuräumen, solange die visuelle Logik des harmonisierten Systems gewahrt bleibt. Wo technisch möglich, sollen insbesondere bei Mehrkomponentenverpackungen Lösungen gewählt werden, die Materialien eindeutig einzelnen Verpackungsbestandteilen zuordnen.

Grundlage für kommende Durchführungsrechtsakte

Der technische Vorschlag des Joint Research Centre soll in die Ausarbeitung der Durchführungsrechtsakte einfließen, die gemäß Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung bis August 2026 verabschiedet werden sollen. Diese Rechtsakte werden unter anderem das endgültige Design, technische Spezifikationen und digitale Ergänzungen der harmonisierten Kennzeichnung festlegen. Gleichzeitig weist der Bericht auf Umstellungsaufwände für Unternehmen und Kommunen hin, denen langfristige Vorteile wie höhere Sortierqualität und effizientere Recyclingprozesse gegenüberstehen sollen.

Quelle: Joint Research Centre