Wie gestaltet man eine Verpackung vom Anfang bis zum Ende nachhaltig und kreislauffähig? Unteranderem um diese Frage ging es beim Workshop der STI-Group im Lauterbach. Unter dem Titel „Design for/from Recycling“ kamen am 21. und 22. Juni Experten entlang der Wertschöpfungskette zusammen und diskutierten über den Status Quo von faserbasierten Verpackungen und kreative und innovative Lösungen, die in Zukunft zum Einsatz kommen können.
Gestartet wurde dort, wo das Verpackungsrecycling in der Praxis stattfindet: Die Papierfabrik Jass öffnete ihre Werkstore in Fulda für die Workshop- Teilnehmer. Hier wird Verpackungsabfall in Form von Altpapier wieder zum Rohstoff Recyclingpapier aufbereitet. Dieser Einblick macht die Vorteile faserbasierten Materials für die Kreislaufwirtschaft deutlich. Gleichzeitig zeigt sich auch konkreter Optimierungsbedarf auf.

Besonders Verbundmaterialien aus Fasern und Kunststoffen machen heute im Kreislauf der Wiederaufbereitung Probleme. Für Lydia Tempel von der Papiertechnischen Stiftung (PTS) liegt der Schlüssel zum optimalen Recycling im Design, denn die Materialauswahl beeinflusst die Recyclingfähigkeit maßgeblich. Doch auch die Konsumenten spielen eine wichtige Rolle, denn sie sind es, die eine Verpackung richtig entsorgen müssen.
Wie Konzepte zur Vermeidung von Kunststoff in faserbasierten Verpackungen und die Optimierung für das Recycling in der Praxis realisiert werden, zeigte die STI Group an konkreten Lösungsbeispielen. Dabei setzte sie den Schwerpunkt auf drucktechnische Lösungen als Alternativen für den heute noch gängigen Einsatz von Kunststofffolien im Bereich der Veredelung oder als Fett- und Feuchtigkeitsbarriere.

Die Verpackungsdesigner Uwe Melichar (Melichar Bros.) und Andreas Milk (Milk Kommunikation) präsentierten den Workshop-Teilnehmern die neuesten Trends und Materialien im Packagingdesign. Dabei diskutierten sie über Verpackungen auf der Basis von Pilzkulturen, über Folien aus organischem Material oder dem Trend zur Papierflasche. Mit „soupa soup“ zeigte Andreas Milk den Ansatz seiner Agentur, eine Fertigsuppe auf den Markt zu bringen, bei der man die Primärverpackung auf Algenbasis einfach mitisst.
Die möglichen Ansätze, um Verpackungen nachhaltiger zu gestalten, sind zahlreich und vielfältig. Um ihren Kunden eine praktische Orientierungshilfe zu geben, wie sie Verpackungen Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten können, hat die STI Group das Analysetool „Sustainability Scorecard“ entwickelt. Mithilfe des Tools lassen sich Verbesserungspotenziale unmittelbar erkennen und sinnvolle konkrete Schritte zur Verbesserung ableiten.
„Die Herausforderung besteht darin, Verpackungen bewusst auf einzelne Nachhaltigkeitsaspekte zu prüfen und Verbesserungspotenzial ganz gezielt zu nutzen. Möglichkeiten zur Optimierung können im Material liegen, aber auch im CO2 Footprint oder im logistischen Prozess.“
Claudia Rivinius, Marketing Director der STI Group
Die innovativen Ideen und bereits umgesetzten Projekte mit Kunden zeigen, es tut sich etwas in der Branche. Nachhaltigkeit wird von Verbrauchern gefordert und scheint auch bei der Entwicklung und Produktion omnipräsent zu sein. Und der Workshop zeigt auch, dass es auf Partnerschaften und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen ankommt.
Quelle: STI Group
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