Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren gehört, Veränderungen am Markt zu erkennen und mit diesen dann auch Schritt zu halten. In dieser Hinsicht hat Orkla Confectionery & Snacks die richtigen Weichen gestellt. Der Süßwarenhersteller hat seine Sekundärverpackungsprozesse für Lakritzbeutel optimiert, um seine Exportaktivitäten ausweiten zu können.
Ob süß oder salzig: Lakritze gehört in ganz Skandinavien zu den beliebtesten Süßwaren überhaupt. Schwedische, finnische und dänische Hersteller zählen daher nicht nur zu den führenden Lakritzproduzenten. Mit immer neuen Varianten entwickeln sie das Originalrezept auch vielfach weiter. Das gilt ebenso für die Marke Panda, die aus dem Portfolio von Orkla Confectionary & Snacks Finland AB nicht wegzudenken ist. Den Marktführer für finnisches Lakritz schätzen Kundeninnen und Kunden seit 1927 für seine zahlreichen Sorten. Das finnische Unternehmen gehört zur Orkla-Gruppe mit Sitz in Oslo, die Konsumgüterunternehmen mit insgesamt 70 Marken umfasst.
Veränderte Exportbedingungen
Am finnischen Standort Vaajakoski produziert Orkla Confectionery & Snacks Süßwaren wie Schokolade und Lakritz – und exportiert Letztere vor allem nach Skandinavien, Großbritannien, Mitteleuropa sowie nach Übersee in die USA und Kanada. Das zukunftsorientierte Unternehmen hat jüngst entschieden, seine Verpackungsprozesse an die veränderte Nachfrage anzupassen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der flexible und modulare Sammelpacker Elematic 3001 WA Compact von Syntegon.
„Vor etwa zwei Jahren stellten Exportländer wie die USA und Kanada neue Anforderungen an die Sekundärverpackungen unserer Lakritzsorten. Anstelle sogenannter zweireihiger Gebinde verlangten sie einreihige. Das bedeutete, dass wir unsere Produkte nicht länger zweireihig nebeneinander, sondern nur noch in einer Reihe verpacken sollten. Unsere beiden Sammelpacker kamen damals aber mit dieser Konfiguration nicht gut zurecht.“
Arto Liimatainen, technischer Leiter von Orkla Confectionery & Snacks
Aufgrund der hohen Nachfrage wollte Orkla Confectionery & Snacks zudem sein Produktionsvolumen erhöhen und gleichzeitig noch mehr Verpackungsformate umsetzen. Denn mehrere Exportländer bedeuten differenzierte Verpackungen. All dies sollte auf begrenzter Stellfläche und mit möglichst wenig Ausfallzeiten und Wartungsarbeiten geschehen.

„Wir suchten deshalb nach einer platzsparenden Alternative zu unseren beiden Sammelpackern. Ziel war es, mit der neuen Maschine hohe Einlaufgeschwindigkeit zu erreichen und die Formatwechselzeiten weitmöglichst zu reduzieren.“
Jari Leinonen, Projektleiter bei Orkla Confectionery & Snacks
Die Entscheidungsträger des Unternehmens suchten daher nach passenden Zulieferern – und stellten hohe Ansprüche: Neben einem höheren Durchsatz sollte die Lösung natürlich zuverlässige Ergebnisse erzielen, sich flexibel einsetzen lassen und einfach zu bedienen sein. „In unserem Werk in Vaajakoski füllt eine Anlage die Lakritze in verschiedene Beutelgrößen ab, danach transportieren zwei parallele Förderbänder die Beutel flach liegend, mit dem Boden voran zu unseren Sammelpackern. Deshalb sollte die neue Lösung die Bahnen vereinen, die Beutel sortieren, die Zuschnitte aufrichten und sie gemäß den Verpackungs- und Exportbedingungen der Einzelhändler verschließen können“, erklärt Arto Liimatainen.
Flexibel und platzsparend
Für die Praktiker schien die Elematic 3001 WA Compact von Syntegon die optimale Lösung zu bieten, um die unterschiedlichen Beutelgrößen in verschiedenen Packungsformaten zu platzieren. „Nach der Produktpräsentation stand fest: Die Maschine hält, was ihr Name verspricht, wir waren begeistert“, fügt Arto Liimatainen hinzu. Zwei Vorteile des kompakten, leicht zu reinigenden und gut zugänglichen Sammelpackers hatten es Orkla dabei besonders angetan: ihre Formatflexibilität und Geschwindigkeit.
Die Elematic kann zehn Packungsformate bei einer Zuführgeschwindigkeit von etwa 150 Beuteln pro Minute verarbeiten. Trotz der verschiedenen Beutelgrößen laufen Zuführung und Sortieren effizient ab. Der modulare Aufbau macht‘s möglich: Das Zweizugsystem lässt sich problemlos auf das nächste Format umstellen. Darüber hinaus hat Syntegon die Gesamtzahl der Formatteile deutlich reduziert, um zeitsparende Wechsel zu ermöglichen. „Die Flexibilität der Maschine sucht aus unserer Sicht ihresgleichen und gab zusammen mit dem vielseitigen Service des Unternehmens den Ausschlag für Syntegon“, betont Jari Leinonen.
Differenziertes Verpackungsdesign

Orkla verpackt seine aufrecht in Reihen stehenden Beutel in zehn unterschiedlichen Packungsformaten. „Bei der Projektabwicklung standen wir vor der Herausforderung, dass die Elematic eines der Formate nicht verarbeiten konnte“, erklärt Bernhard Vaihinger, Produktmanager für Sammelpacker bei Syntegon. „Deshalb haben wir das Format angepasst und dem Kunden unseren Vorschlag zusammen mit einem Erklärvideo gezeigt.“ „Syntegon gelang damit ein kleines Kunststück: Die Abmessungen des Zuschnitts mussten gleichbleiben, damit die Verpackung mit Volleinschlag und Perforation sich für ein einfaches Öffnen nach dem Transport weiterhin umsetzen lässt“, ergänzt Andreas Gund, Area Sales Manager bei Syntegon.
„Insgesamt lassen sich jetzt zehn Packungsformate mit unterschiedlichen Beutelkonfigurationen realisieren, darunter zwei oder drei mal sechs Beutel – oder sogar einmal acht.“ Dank der hohen Flexibilität kann die Elematic 3001 WA Compact Volleinschlag- und Hosenträgerkartons sowie Trays für verschiedene Anwendungen herstellen.
Verpacken mit Volleinschlag
Da Lakritzbeutel keine feste Form haben, stellten sie die beiden Partner vor eine weitere Aufgabe. „Unsere flachen Beutel bieten keinen Gegendruck, da sie lose Produkte und Luft enthalten. An einer schonenden Handhabung und genauen Gruppierung führt deshalb kein Weg vorbei, um die Transportpackungen zu formen, die Beutel hineinzulegen und sie zu verschließen. Die Verpackungen müssen buchstäblich um die Beutel ‚herumgebaut‘ werden“, erläutert Arto Liimatainen. Danach palettiert Orkla die verpackten Lakritzprodukte für den Transport. Je nach Regalanforderung verpackt das Unternehmen die Beutel als Volleinschlag mit oder ohne Perforation und präsentiert somit die eigene Marke ansprechend im Verkauf.
Schlankere Prozesse
Syntegons Sammelpacker Elematic 3001 WA Compact erfüllt somit alle Aufgaben und deckt das Produktionsvolumen von ehemals zwei Sammelpackern bei Orkla ab. Die Elematic läuft derzeit täglich mit durchschnittlich zwei Formatwechseln pro Tag.
Das Gute an der Optimierung ist, dass Orkla seine Produktionslinie erneuern konnte, ohne deren Standfläche zu erweitern. „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit mit einer viel schlankeren Anlage sichern konnten“, sagt Arto Liimatainen. „Von dem erfolgreichen Projekt hat nicht nur unsere Produktion profitiert. Mit Syntegon haben wir nun auch einen starken Partner, mit dem wir in den kommenden Jahren zusammenarbeiten wollen.“
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