Nachhaltige Verpackung für Tiertrockenfutter

Das Thema Nachhaltigkeit betrifft auch Verpackungen für Tiertrockenfutter. Kuraray bietet nachhaltige papierbasierte Verpackungskonzepte an. 

Das Thema Nachhaltigkeit hat auch den Tierfuttermarkt und den Bereich der Verpackungen für Tiertrockenfutter erreicht. Klassischerweise werden hier häufig Papierverpackungen mit problematischen halogenisierten Flurorkohlenwasserstoffen als Fettbarriere verwendet. Kuraray bietet verschiedene alternative Verpackungskonzepte. 

Der Markt für Tierfutter ist in den Industrieländern in den letzten Jahren rasant gewachsen – zusammen mit der Zahl der Haustiere. Pandemie-Beschränkungen haben zum gestiegenen Interesse an Haustieren sicher beigetragen. Das hat auch zu einem Tierfutter-Boom geführt. Tatsächlich wächst die Zahl verkaufter Verpackungseinheiten bei keinem FMCG-Produkt schneller als bei Hunde- und Katzenfutter: mit einer Compound Annual Growth Rate (CAGR) von rund 25 Prozent für den Zeitraum von 2015 bis 2020.

Grundsätzlich nehmen Konsumenten papierbasierte Verpackungen als nachhaltiger wahr. Das gilt für Humanlebensmittel wie für Tierfutter. Aber für innovative Verpackungslösungen ist es unverzichtbar, dass sie nach wie vor auch alle funktionalen Anforderungen erfüllen, die ein Lebensmittel – oder wie in unserem Fall: das Trockenfutter – an seine Verpackung stellt. Hier gibt es bei papierbasierten Verpackungen von Haus aus eine Herausforderung, denn sie benötigen eine zuverlässige Barriere gegen das im Tierfutter enthaltene Fett. Katzenfutter beispielsweise hat üblicherweise 10 Prozent Fettanteil, bei Hundefutter liegen typische Werte schon bei bis zu 20 Prozent Fettgehalt.

Besonderes Augenmerk auf die Beschichtung

Klassische Papierverpackungen realisieren die unverzichtbare Fettbarriere oft auf eine problematische Weise: Sie nutzen dazu Fluorkohlenwasserstoffe. Halogenisierte Kunststoffe wie Fluorpolymere sind wegen ihrer potenziell nachteiligen Wirkung auf den menschlichen – und den tierischen – Organismus aber sehr umstritten. Hinzu kommt, dass auch das Recycling von Trockenfutter-Packungen, die Fluorkohlenwasserstoffe enthalten, außerordentlich schwierig ist. Bei neuen, nachhaltigeren Alternativen zu den bislang gängigen Verpackungen für Tiertrockenfutter ist es wichtig, dass sie eine ähnliche Barrierewirkung gegenüber Aromen, Gerüchen und Fett aufweisen wie etablierte Konzepte.

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Kuraray bietet papierbasierte Verpackungslösungen mit Barrieren aus zukunftsweisenden Polymeren. Die Verpackungen, von denen einige schon im Markt eingeführt sind, eignen sich, um alte Papier- und Pappverpackungen zu ersetzen, deren Fettresistenz noch auf Fluorkohlenwasserstoffen basiert. Sie verbinden Nachhaltigkeit und Funktionalität.

Resistenz gegen Wasser, Öle und Fette

Eines der Verpackungskonzepte lässt sich als Struktur aus Papier/Feuchtigkeitsbarriere-Beschichtung/EXCEVAL-Beschichtung/ Heißsiegelbeschichtung beschreiben. Papierbasierte Lebensmittelverpackungen dieser Art haben sich bereits im kommerziellen Einsatz bewährt. Hier fungiert die dünne, wasserlösliche EXCEVAL-Beschichtung als Sauerstoff- und Aromabarriere. EXCEVAL ist ein halogenfreier, hydrophob modifizierter Polyvinylalkohol (PVOH) von Kuraray, der sich durch besondere Resistenz gegen Wasser, Öle und Fette auszeichnet. Auf das Papier wird EXCEVAL mit herkömmlichen Beschichtungsanlagen aufgebracht, etwa mit Rotationstiefdruck- oder Stangenbeschichtern. Als Heißsiegelbeschichtung im Innern dienen üblicherweise Dispersionen von Polyolefin oder anderen Polymeren. Der große Vorteil dieser Papierstrukturen: Sie sind in herkömmlichen Papierfabriken problemlos repulpierbar. Und das Repulpieren ist ein Technologieansatz, der sich in der Papierindustrie bereits seit vielen Jahren bewährt hat. Mit Fluorpolymeren wäre dies unmöglich, denn sie sind nicht wasserlöslich.

Auch Verpackungen für Tierfutter sollen nachhaltiger werden.
(Bild: Shutterstock/Vladimir Sukhachev)

Barriere für Aromen, Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit

Das Unternehmen bietet auch eine Lösung mit Papier und einer vakuum-metallisierter Schicht aus EVAL und BOPP. EVAL ist der Name der Ethylen-Vinylalkohol-Copolymere (EVOH). Die Folie aus EVAL EVOH und Biaxially-oriented Polypropylen (BOPP) wird im Vakuum mit nur einer dünnen Schicht Aluminium metallisiert, als Barriere für Aromen, Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit. Auflaminiertes, einfaches Cast-Polypropylen stellt die Siegelschicht für das Innere des Folienbeutels dar. Eine Spannrahmen-Maschine übernimmt die Co-Extrusion von BOPP und EVOH für die Außenschicht. Dieses Verpackungskonzept vermeidet den Einsatz einer weit größeren Menge von Aluminium in Gestalt einer Aluminiumfolie. Dennoch ist EVAL EVOH ein hervorragendes Substrat für die Aufdampfung von Aluminium und eine äußerst zuverlässige Aroma- und Sauerstoffbarriere. Die Verpackung verhindert so die Oxidation der Fette im Trockenfutter.

Die vakuummetallisierte Schicht stellt eine gute Lichtbarriere dar und bewahrt den Vitamin-C-Gehalt des Tierfutters. Dieses Verpackungskonzept verwendet die kleinstmögliche Menge an Kunststoffen und gestattet zugleich eine optimale Repulpierbarkeit der Papierfasern – im Washing-Step-System lassen sie sich problemlos von der geringen Menge an Kunststoffen trennen. Die Verringerung der Aluminiumenge, die auf der Folie abgeschieden wird, macht zudem auch noch die Polymere in dieser Papierverpackung recycelbar.

Technologie für Multilayer-Folien

Auch Papierbeutel mit metallisierter Folienschicht aus EVAL und MDO-PE bietet Kuraray seinen Kunden an. Grundsätzlich folgt diese Papierverpackung dem gleichen Prinzip wie im vorangehenden Beispiel. Nur kommt zusammen mit dem Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer (EVOH) diesmal nicht Polypropylen, sondern Polyethylen zum Einsatz. So besteht die innere Siegelschicht aus Polyethylen, und für die vakuummetallisierte Folie wird zusammen mit EVAL EVOH ein Machine Direction Orientation Polyethylen (MDO-PE) verarbeitet. Im Maschinenbau hat sich die Technologie zur Fertigung von Multilayer-Folien in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Dies macht einen Multilayer-Film mit MDO-PE zu einer interessanten Alternative. Durch die MDO-Technik lassen sich sowohl Gieß- als auch Blasfolien in einer Richtung orientieren, um der Folie bessere Eigenschaften zu verleihen. Auch dieses Verpackungskonzept vermeidet die Fettoxidation und bewahrt das Vitamin C im Tierfutter. Die Verpackung kommt ohne Aluminiumfolie und BOPET aus, verwendet die geringstmögliche Menge an Kunststoff und sorgt für eine problemlose Repulpierbarkeit der Papierfasern.

Papierverpackung für repulpierbare Fasern

Ein Verpackungskonzept, das bereits im Einsatz ist, setzt auf eine repulpierbare Papierverpackung mit PLANTIC-Bio-Kunststoff. Hier wird dem Papier auf die Innenseite eine PLANTIC-Folie auflaminiert. Den Bio-Kunststoff PLANTIC stellt Kuraray aus erneuerbaren Rohstoffen her, aus thermoplastischer Stärke. PLANTIC ist biologisch abbaubar und kompostierbar (industriell und im Haushalt). Durch seine hohe Gasbarrierewirkung ermöglicht das Bio-Polymer Verpackungen, die Aromen erhalten und Sauerstoff wirksam ausschließen. In diesem Verpackungskonzept wird zudem auf die PLANTIC-Folie noch eine innere Siegelschicht aufgebracht – wahlweise etwa aus Polyethylen, Polybutylen-Succinat oder Polybutylenadipat-Terephthalat. Diese Siegelschicht fungiert zugleich als Feuchtigkeitsbarriere. Zur Fertigung dieser Verpackung kommen Technologien wie Extrusion Coating, Lamination und Extrusion Lamination zum Einsatz. Im Repulpierungsprozess gestattet es PLANTIC, die innere Siegelschicht und den Kleber vom Papier zu trennen. Zudem ist dank des Bio-Polymers die Ausbeute beim Repulpieren höher als zum Beispiel bei einer herkömmlichen PE-Schicht, weil die Fasern nicht in die PLANTIC-Folie eindringen. Das bedeutet: Hier sind alle Papierfasern problemlos repulpierbar.

Quelle: Kuraray

Autorin: Dr. Bettina Plaumann, Kuraray Europe, Segment Team Paper & Packaging

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