Die papierindustrienahe Kampagne Two Sides hat nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung 2010 mehr als 970 Unternehmen davon überzeugt, irreführende Marketingaussagen im Hinblick auf die eigene Umweltbilanz zu entfernen. Diese würden sonst dem Image der gesamten Papierindustrie schaden.
Banken, Telekommunikationsanbieter, Versorgungsunternehmen und sogar Regierungsorganisationen versuchen zunehmend, ihre Kunden von digitaler Kommunikation zu überzeugen, um Kosten zu sparen. Der Kampagne Two Sides zufolge wird in der Kundenkommunikation jedoch oft versucht, diese Kosteneinsparungen zu verschleiern, indem die Umstellung mit Marketingaussagen wie „Go Green – Go Paperless“ und „Steigen Sie auf die E-Rechnung um und retten Sie einen Baum“ gerechtfertigt wird.
„Diese „Greenwashing“-Behauptungen verstoßen nicht nur gegen geltende Umweltmarketingregeln und Werbe-Codizes, sondern schaden auch einer Branche, die eine solide und sich ständig verbessernde Umweltbilanz vorweisen kann„, sagt Jonathan Tame, Geschäftsführer von Two Sides Europe. „Ein gesunder Markt für forstwirtschaftliche Erzeugnisse wie Papier ist weit davon entfernt, Bäume retten zu müssen, sondern fördert vielmehr das langfristige Wachstum der Wälder durch eine nachhaltige Forstwirtschaft. Viele der Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind überrascht, wenn sie erfahren, dass die europäischen Wälder tatsächlich jeden Tag um 1.500 Fußballfelder wachsen.“
Tatsächliche Umweltbilanz transparent kommunizieren
Weltweit hat Two Sides nach eigenen Angaben über 2.110 Organisationen angesprochen, die irreführende Aussagen über Papier treffen. Bislang haben über 970 von ihnen solche Aussagen aus ihrer Kommunikation entfernt. Bis heute haben allein in Europa 630 Unternehmen auf unbegründete Behauptungen über Papier verzichtet und ihre Werbeaussagen angepasst. Auch in Zukunft werde Two Sides Unternehmen ansprechen und informieren. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass gegen Greenwashing vorgegangen wird, um sicherzustellen, dass die beachtliche Umweltbilanz der Branche anerkannt wird und der Lebensunterhalt von Tausenden von Beschäftigten in der Branche sowie das Druck-, Papier- und Postaufkommen nicht durch die Verbreitung von irreführendem und opportunistischem Greenwashing-Marketing geschädigt wird“, sagt Tame.
Aufgrund der enormen Reichweite einiger dieser Greenwashing-Organisationen wirken sich ihre unbegründeten Behauptungen der Kampagne zufolge nachteilig auf die Wahrnehmung des Papiers durch die Verbraucher aus und bedrohen einen Sektor, in dem mehr als drei Millionen Menschen in mehr als 120.000 europäischen Unternehmen beschäftigt sind. Die finanziellen Auswirkungen des Greenwashings auf die Papier-, Druck- und Versandindustrie seien weltweit besorgniserregend, wenn diese Botschaften unangefochten blieben. Jüngste Untersuchungen in Europa, die von Two Sides und Censuswide im Jahr 2021 durchgeführt wurden, ergaben, dass allein in Europa der Papier-, Druck- und Versandindustrie durch Greenwashing ein jährlicher Wertverlust von etwa 337 Millionen Euro drohe.
Quelle: Two Sides Europe
Weitere Meldungen zu Marketing und Design

Urteil: Kein Markenschutz für quadratische Ritter-Sport-Verpackung
Das Landgericht Stuttgart hat eine markenrechtliche Klage von Ritter Sport gegen die Verpackung eines quadratischen Haferriegels aus Mannheim abgewiesen.

Hundert Jahre blaue Dose
Seit 1925 trägt die Nivea-Cremedose ihr tiefes Blau, die weiße Schrift und die runde Form – ein Design, das über Generationen, Märkte und Krisen stabil geblieben ist und jetzt seinen 100. Geburtstag feiert.

Vinca baut Dosenwein-Geschäft mit Kingsland Drinks aus
Kingsland Drinks übernimmt im Rahmen der Zusammenarbeit die Abfüllung der Vinca-Weine in Dosen.

Top Ten 2025: Blisterverpackung 2.0 – Wie ein viraler KI-Hype das Image der Verpackung poliert
Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu, und wir blicken zurück auf die Themen, die die Verpackungsbranche besonders bewegt haben. Von innovativen Verpackungslösungen bis hin zu Trends in der Nachhaltigkeit schauen wir auf die Top Ten Beiträge aus 2025 – heute mit der Nummer 3.

Top Ten 2025: Digitale Verpackung wird Pflicht: EU-Verordnung gegen Greenwashing
Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu, und wir blicken zurück auf die Themen, die die Verpackungsbranche besonders bewegt haben. Von innovativen Verpackungslösungen bis hin zu Trends in der Nachhaltigkeit schauen wir auf die Top Ten Beiträge aus 2025 – heute mit der Nummer 10.

Nutri-Score auf Verpackungen bekannt – aber nicht glaubwürdig genug
Der Nutri-Score ist auf Lebensmittelverpackungen in Deutschland zwar weit verbreitet sichtbar, entfaltet seine Wirkung am Regal jedoch nur begrenzt.
