Digitalisierung und Kollaboration als Schlüssel: Martin Buchwitz, Packaging Valley | interpack 2026

Martin Buchwitz (Packaging Valley) auf der interpack 2026: Mit Bayer entsteht ein Digitalisierungsprojekt für die Pharma-Linienintegration – und für den Wettbewerb gegen Asien fordert er ein Umdenken: weg vom reinen High-End, hin zu Good-enough-Maschinen und mehr Kollaboration.

Digitalisierung und Kollaboration als Schlüssel: Martin Buchwitz, Packaging Valley | interpack 2026

Martin Buchwitz (Packaging Valley) auf der interpack 2026: Mit Bayer entsteht ein Digitalisierungsprojekt für die Pharma-Linienintegration – und für den Wettbewerb gegen Asien fordert er ein Umdenken: weg vom reinen High-End, hin zu Good-enough-Maschinen und mehr Kollaboration.

Der deutsche Verpackungsmaschinenbau steht vor wichtigen Weichenstellungen. Martin Buchwitz, Geschäftsführer des Packaging Valley Germany e.V., zieht auf der interpack 2026 eine differenzierte Bilanz der Branche und zeigt strategische Handlungsfelder auf.

Digitalisierungsprojekt mit Bayer

Ein Highlight des Messeauftritts ist das neue Digitalisierungsprojekt mit der Bayer AG. „Diese Betreiber von Pharma-Maschinen haben schlicht und einfach das Problem, dass typischerweise Linien aus Maschinen unterschiedlichster Hersteller bestehen und die müssen vernünftig miteinander reden können“, erklärt Buchwitz.

Das Projekt zielt darauf ab, Prozess- und Nutzdaten zu trennen, um neue Funktionalitäten wie KI aufzusetzen, ohne aufwendige Validierungen durchführen zu müssen. Gerade im hochregulierten Pharmaumfeld ist das ein entscheidender Hebel, um Innovation überhaupt mit vertretbarem Aufwand in den Markt zu bringen.

Strategische Neuausrichtung gegen asiatischen Wettbewerb

Trotz der noch guten Marktposition sieht Buchwitz Handlungsbedarf: „Jetzt einfach nur zu hoffen, dass es so weitergeht, wie es im Moment ist, das wird nicht funktionieren.“ Der Wettbewerb aus Asien lege eine Geschwindigkeit an den Tag, „da wird es einem manchmal auch ein bisschen schwindlig“. Deutsche Maschinenbauer müssten vom reinen High-End-Fokus wegkommen und auch den wachsenden Markt der „Good-enough-Maschinen“ bedienen.

Das Packaging Valley verstärkt deshalb seinen Fokus auf Management-Themen und Kooperationen. „Wir bewegen uns da ganz stark auf dieser C-Level-Ebene“, so Buchwitz. Bereits auf dem Gemeinschaftsstand der Messe entstehen spontane Kooperationen zwischen Mitgliedsunternehmen. „Da passiert ganz natürlich was, was wir uns natürlich auch wünschen, weil das so ein wesentlicher Aspekt dessen ist, was wir als Netzwerk machen.“

Pragmatischer Optimismus bei der PPWR

Bei der PPWR-Umsetzung zeigt sich ein geteiltes Bild: Während größere Unternehmen aktiv an Lösungen arbeiten, lassen kleinere Betriebe das Thema „so auf sich zukommen“, was Buchwitz als „sehr gewagt“ bezeichnet. Das Packaging Valley entwickelt daher pragmatische Lösungen, die als Wettbewerbsvorteil genutzt werden können.

Buchwitz’ Ausblick ist trotz aller Herausforderungen optimistisch: „Wenn wir unsere Hausaufgaben machen und das tun, was wir wissen als Branche, dann bin ich da absolut optimistisch. Einfach wird es nicht. Aber es ist realistisch machbar.“