PPWR-Deadline im August: Dr. Thomas Gröner, TG Pack Solutions | interpack 2026

Die PPWR-Deadline am 12. August rückt näher, doch viele Unternehmen sind noch nicht vorbereitet. Dr. Thomas Gröner (TG Pack Solutions) erklärt auf der interpack 2026, warum besonders die PFAS-Limits zur Herausforderung werden – und wo der Papier-Trend wissenschaftlich kippt.

PPWR-Deadline im August: Dr. Thomas Gröner, TG Pack Solutions | interpack 2026

Die PPWR-Deadline am 12. August rückt näher, doch viele Unternehmen sind noch nicht vorbereitet. Dr. Thomas Gröner (TG Pack Solutions) erklärt auf der interpack 2026, warum besonders die PFAS-Limits zur Herausforderung werden – und wo der Papier-Trend wissenschaftlich kippt.

Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) wird ab August 2026 konkret – doch längst nicht alle Unternehmen sind bereit. Dr. Thomas Gröner, Gründer von TG Pack Solutions und ehemaliger R&D-Direktor bei der RKW Group, sieht auf der interpack 2026 erhebliche Defizite in der Branche.

Große Lücken bei PFAS-Limits

„Ich bin tatsächlich überrascht, dass jetzt im Frühjahr ’26 noch so viele nicht vorbereitet sind auf die PFAS-Limits“, erklärt Gröner. Besonders kleinere Unternehmen hätten Schwierigkeiten, da ihnen das Personal für die komplexe Thematik fehle. Während die Verpackungshersteller bereits gut aufgestellt seien, zeigten sich bei Markenartikelherstellern noch große Defizite.

Die Konsequenzen sind drastisch: „Ab dem 12. August müssen neue Materialien eingesetzt werden. Sonst können sie die Verpackungsmaterialien in die Tonne klopfen oder sie dürfen ihre verpackten Waren nicht in den Handel bringen.“ Damit wird die PPWR vom regulatorischen Hintergrundthema zur unmittelbaren Vertriebsfrage.

Papier versus Kunststoff: Anmutung schlägt Wissenschaft

Ein weiteres Spannungsfeld sieht Gröner in der Diskussion um nachhaltige Materialien. „Konsumenten finden Papier geil“, bringt er es auf den Punkt. Doch die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Lifecycle-Analysen zeichneten oft ein anderes Bild. „Wenn ich eine 40-Gramm-Mono-PE-Folie mit vernünftigen Barriereeigenschaften ersetze durch 60 Gramm Papier mit einer vielleicht 10 Gramm Beschichtung, dann ist das aus der Brille der Nachhaltigkeit keine gute Idee.“

Trotzdem sei der Trend zu Papier unaufhaltsam. Die Herausforderung liege darin, den Konsumenten zu vermitteln, wann welches Material tatsächlich die bessere Wahl sei – ein Aufklärungsthema, das durch reine Marketing-Botschaften nicht zu lösen ist.

Gemeinschaftliche Lösungen statt Einzelkämpfertum

Externe Beratung gewinnt in diesem komplexen Umfeld an Bedeutung. „Beratung stellt Ressourcen zur Verfügung, die teilweise zu dem Zeitpunkt in dem Unternehmen nicht vorhanden sind“, so Gröner. Der entscheidende Vorteil: Unabhängigkeit und der Blick von außen.

Für die Zukunft sieht Gröner die Notwendigkeit kollektiver Ansätze: „Das macht nicht ein Markenartikler alleine oder ein Converter alleine. Am besten gemeinschaftlich nach Lösungen suchen.“ Auch Maschinenbauer müssten einbezogen werden, da neue Materialien anders auf den Anlagen liefen. Seine Prognose für die interpack 2029: „Wir werden deutlich weiter sein, was Recyclingfähigkeit und Recyclatanteil angeht – aber wieder genau die gleiche Torschusspanik haben.“