Die EU-Verpackungsverordnung PPWR stellt Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Dr. Benedikt Brenken, Director der R-Cycle-Initiative, erläutert auf der interpack 2026, wie digitale Datenstandards die Compliance-Anforderungen bewältigbar machen.
Offene Standards als Schlüssel zum Erfolg
R-Cycle hat sich bereits vor Jahren als Netzwerk aus der gesamten Verpackungswertschöpfungskette formiert, um einen offenen Rückverfolgungsstandard auf Basis von GS1-Standards zu entwickeln. „Wir haben uns vor vielen Jahren schon gegründet, ein Netzwerk aus der ganzen Wertschöpfungskette der Verpackung. Und zwar mit einem Thema, was jetzt aktueller denn je ist, nämlich mit diesem ganzen Thema Daten, Datenaustausch von Verpackungen“, erklärt Brenken.
Die Initiative verfolgt einen pragmatischen Ansatz: Unternehmen können bereits heute beginnen, ohne auf Partner warten zu müssen. Der Fokus liegt zunächst auf den Konformitätserklärungen, die ab 12. August 2026 erforderlich werden – ein klarer Anker, um die Digitalisierung schrittweise und mit messbarem Nutzen aufzubauen.
KI macht große Portfolios handhabbar
Besonders bei Unternehmen mit umfangreichen Produktportfolios – von 40 bis über 30.000 Artikeln – zeigt sich der Nutzen intelligenter Digitalisierung. „Gerade natürlich bei den hohen Stückzahlen sehen wir, dass es eben ohne intelligenten Einsatz, ohne Digitalisierung, ohne die KI, die wir jetzt lange auch mit Partnern trainiert haben, eben gar nicht mehr machbar ist“, betont der Experte.
Die Alternative zur Digitalisierung wäre der Aufbau einer großen Workforce für manuelle Prozesse. Brenken verdeutlicht: „Da müssen wir einfach ganz klar sein, deswegen gibt es für mich keine Alternative, weil keiner kann sich das leisten, weil das ist ja keine wertschöpfende Arbeit.“ R-Cycle bietet einen Kalkulationsrechner, der Unternehmen die Kostenimplikationen manueller Compliance-Prozesse aufzeigt.
Community-Ansatz schafft Vertrauen
Die R-Cycle Community vereint unterschiedliche Akteure der Wertschöpfungskette mit verschiedenen Anforderungen und Sorgen. Diese Vielfalt ermöglicht es, breite Industrieinteressen zu vertreten und Akzeptanz für offene Standards zu schaffen – ein entscheidender Faktor, weil ein Standard nur dann seinen Zweck erfüllt, wenn er entlang der gesamten Kette akzeptiert und genutzt wird.
R-Cycle zeigt damit, dass PPWR-Compliance mit den richtigen digitalen Tools nicht nur machbar, sondern auch kosteneffizient ist. Die Initiative will „entmystifizieren“ und beweisen, dass die Herausforderungen schaffbar sind – ein wichtiger Beitrag für eine zukunftsfähige Verpackungsindustrie.
