Beatrix Praeceptor, CEO von Greiner Packaging International, sieht die Verpackungsindustrie vor einem grundlegenden Wandel. Auf der interpack 2026 präsentiert das österreichische Traditionsunternehmen unter dem Motto „Driving the Circular Revolution“ konkrete Lösungen für nachhaltige Verpackungen.
Von der Einladung zum Antrieb
„Vor ein paar Jahren haben wir mit ‚Join the Circular Revolution‘ begonnen. Das war eine Einladung an alle unsere Partner entlang der Wertschöpfungskette“, erklärt Praeceptor. „Mittlerweile sehen wir uns als Treiber dieser Transformation.“ Diese Entwicklung spiegelt das gewachsene Selbstverständnis des Unternehmens wider, das seit über 150 Jahren als Familienunternehmen agiert.
Greiner Packaging zeigt mehrere World-Star-Packaging-Award-Gewinner. Der „Cubo“ beispielsweise optimiert die Logistik durch seine Form und ermöglicht 15 Prozent mehr Becher pro LKW-Ladung. Der „Click-in Sealing Lid“ reduziert Komponenten und gibt dem Verbraucher durch ein hörbares Klicken die Sicherheit eines fest verschlossenen Behälters.
K3-Serie und der Eurovision-Kreislauf
Besonders innovativ ist die K3-Serie, die Karton und Kunststoff kombiniert. „Der Karton gibt dem Produkt die Steifigkeit, wodurch wir die Kunststoffmenge minimieren können“, erläutert Praeceptor. Diese selbsttrennenden Verpackungen erhielten eine Familien-Zertifizierung von Recyclas.
Ein konkretes Beispiel für funktionierende Kreislaufwirtschaft liefert die Kooperation mit OMV für den Eurovision Song Contest in Wien. „Wir haben eine österreichische Closed-Loop-Kooperation mit der österreichischen Recycling-Agentur“, berichtet Praeceptor. Das Material wird gesammelt, sortiert, regranuliert und zu neuen Bechern verarbeitet – mit Chip zur Verfolgung des Kreislaufs.
Vision: Kreislauf als Industriestandard 2030
Praeceptors Zukunftsvision ist eindeutig: „Mein Wunsch wäre, dass wir 2030 nicht mehr über Kreislaufwirtschaft sprechen müssen. Es muss ein Industriestandard werden.“ Sie vergleicht dies mit der Lebensmittelsicherheit – entweder man ist konform oder nicht am Markt.
Greiner Packaging zeigt damit, dass nachhaltige Verpackungslösungen bereits marktreif sind. Die Herausforderung liegt nun in der flächendeckenden Markteinführung und der Etablierung der Kreislaufwirtschaft als selbstverständlicher Branchenstandard – nicht als Differenzierungsmerkmal, sondern als Eintrittsbarriere.
