In Berlin hat die Mitgliederversammlung vom Kunststoffverband pro-K beschlossen, den zweiten Teil des Verbandsnamens zu ändern. Nun heißt es pro-K Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e.V. Mit der Namensänderung geht auch eine Modernisierung des Verbandsstruktur einher.
Mit der veränderten Unterzeile unterstreicht der Verband seinen Markenkern und seine Bedeutung als Branchensprachrohr für werthaltige und kreislauffähige Kunststoffprodukte. „Ob Lagerund Transportbehälter, Oberflächensysteme für den Möbelund Türenbau oder Flaschenkästen – unsere Mitglieder stehen für Produkte, die für gewöhnlich lange im Einsatz sind und helfen, Ressourcen zu schonen. Dies wollen wir mit dem erneuerten Namenszusatz stärker in den Fokus rücken“, erläutert Ralf Olsen, Hauptgeschäftsführer pro-K.
Direkt im Anschluss an die Mitgliederversammlung brachte der pro-K Mitgliederdialog Experten verschiedenster Couleur zu aktuell brisanten Branchenthemen zusammen. Katharina Istel, Abfallund Mehrwegexpertin vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland) e.V. erläuterte in einem Vortrag die aus Sicht der Umweltorganisation unabdingbaren Voraussetzungen zum Erreichen einer Kreislaufwirtschaft mit Kunststoff, etwa Aspekte wie Langlebigkeit, Design for Recycling, Schadstofffreiheit und die Defossilisierung der Rohstoffbasis.
Dr. Dieter Drohmann, CEO und Gründer der Chemservice GmbH, setzte sich beim Thema der EU-Chemikalienpolitik dafür ein, dass Fluorpolymere nach einem risikobasierten Ansatz bewertet werden. Sie sollten vom Verbotsverfahren der Europäischen Chemikalienagentur zu mehr als 10.000 chemischen Stoffen der PFAS-Gruppe ausgenommen werden.
Der langjährige Chefredakteur des Branchendienstes Kunststoff Information (KI) Daniel Stricker, mittlerweile Unternehmer sowie Senior Berater und freier Mitarbeiter bei KI, beleuchtete in seinem Vortrag die globalen Marktbedingungen zu Polyethylen, Polypropylen und ASB. In vielen Segmenten drücken außereuropäische Kunststofferzeuger in den hiesigen Markt und sorgen so teilweise für ein stabiles Preisniveau, schwächen aber an anderer Stelle die autarke Versorgung in Europa.
In einer Podiumsdiskussion diskutierten die drei Vortragenden gemeinsam mit pro-K Vorständin Lisa Kraft-Scheiderer (PHI Technik für Fenster und Türen GmbH) die Frage „Harter Wettbewerb: Wie bleibt die Kunststoffindustrie in Deutschland auf Kurs?“ Einig war sich das Podium darin, dass die Kreislaufwirtschaft große wirtschaftliche Chancen böte, etwa indem sie Innovationen fördere und Arbeitsplätze schaffe. Um generell eine lebendige Kunststoffbranche in Europa zu halten, müssten Bundesregierung und EUBehörden allerdings aufpassen, dass Agilität und Investitionsbereitschaft von Unternehmen nicht durch ein Zuviel an Regulierung abgewürgt würden, wie Lisa Kraft-Scheiderer betonte.
Quelle: pro-K
Weitere Meldungen zu Kunststoff und Verbunden

Südpack richtet US-Geschäft neu aus
Südpack verkauft sein Werk in Wisconsin an PPC Flex.

EU-Studie beleuchtet Nachhaltigkeit bei Lebensmittelkontaktmaterialien
Die Studie macht deutlich, dass Verpackungen eine zentrale Rolle bei der Nachhaltigkeitsbewertung spielen.

Ulrich Reifenhäuser zieht sich aus operativer Geschäftsführung zurück
Ulrich Reifenhäuser hat die Entwicklung der Reifenhäuser Group über vier Jahrzehnte entscheidend geprägt.

Würstchenverpackung fällt unter Einwegkunststofffonds
Das Umweltbundesamt hat mit einer Allgemeinverfügung die rechtliche Einordnung einer Lebensmittelverpackung für 150 Gramm Würstchen festgelegt.

BDE fordert „Made-in-Europe“-Regelung für recycelte Kunststoffe
Das EU-Winterpaket erkennt die Krise im Kunststoffrecycling, liefert aber keine Soforthilfe, kritisiert der BDE und fordert verbindliche „Made-in-Europe“-Vorgaben.

Singapur führt Pfandsystem für Getränkebehälter ein
Bis zum Start des Systems soll ein Netzwerk von mehr als 1.000 Rücknahmestellen aufgebaut werden.
