Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV widmet sich den aktuellen Herausforderungen der Lebensmittelindustrie und präsentiert passend Lösungen auf der IFFA. Sie gehen dabei auf verschiedene Schwierigkeiten, vor denen Unternehmen stehen, ein.
Die ganzheitlichen Konzepte reagieren auf die vielfältigen Anforderungen, die Industrie 4.0, Klimaschutz und Fachkräftemangel an Unternehmen stellen: Von der Rohstoffnutzung bis hin zu individuellen Lösungen für sichere, automatisierte Prozesse einschließlich Hygienic Design Consulting und der Entwicklung von nachhaltigen Verpackungen aus recycelbaren Packstoffen.
Für manuelle Reinigungsprozesse wurde die intelligente, sensorüberwachte Reinigungslanze “CleanAssist” entwickelt, die erstmals eine durchgängige Reproduzierbarkeit und Qualitätssicherung ermöglicht. Zum Themenfeld “Food Safety” wird ein kundenspezifisch anpassbarer Sensor “Co-Control” zur Detektion von organischen Verschmutzungen für besonders hygienekritische Umgebungen vorgestellt. Im Hinblick auf Fleischalternativen zeigt das Fraunhofer IVV, wie aus pflanzlichen Proteinquellen maßgeschneiderte Lebensmittelzutaten und marktreife Produkte entstehen.
Virtueller Reinigungsassistent "CleanAssist"
Um erstmals auch bei der manuellen Reinigungsdurchführung einen sicheren und reproduzierbaren Reinigungsprozess gewährleisten zu können, haben Forschende des Fraunhofer IVV in einem ZIM-geförderten Gemeinschaftsprojekt die erste intelligente Reinigungslanze entwickelt. Die in die Lanze integrierten Sensoren ermöglichen eine Protokollierung der Reinigung. Dabei werden automatisiert alle relevanten Prozessparameter, die gereinigten Bereiche sowie deren Reinigungsqualität erfasst.
Der anschließende Übertrag der Daten an ein AR-Device (Brille, Tablet oder Smartphone) projiziert in Echtzeit einen “digitalen Zwilling” in die reale Reinigungsumgebung. Der “CleanAssist” ermöglicht neben der durchgängigen Qualitätssicherung und Dokumentation der Reinigung auch eine angeleitete Optimierung von Reinigungsdurchläufen und hilft, produktqualitätsmindernde Fehler durch Falsch-Reinigung zu vermeiden.
Optische Detektionsverfahren

Basierend auf dem umfangreichen Know-how im Bereich der Sensortechnologien und der anwendungsgerechten Auslegung von kamerabasierter Messtechnik wurde am Fraunhofer IVV das optische Detektionssystem “Co-Control” entwickelt. Das System basiert auf der Fluoreszenzanalyse mittels UV-Strahlung und ermöglicht die ortsaufgelöste Detektion von organischen Verunreinigungen auf 2- und 3-dimensionalen Bauteilen. Es kann sowohl als mobile Fotokammer als auch als kundenspezifisch angepasstes Inline-System angewendet werden. Verunreinigungen können damit direkt in der Produktion oder als Atline- bzw. Offline-Lösung quantifiziert und so die Ursachen für Qualitätsprobleme behoben werden.
Proteine als Fleischalternative

Der anhaltende Trend zum Verzicht auf Fleisch hat die Nachfrage nach hochwertigen alternativen Proteinen steigen lassen. Basierend auf der Erfahrung in der Herstellung von Proteinzutaten und der Charakterisierung ihrer technologischen Eigenschaften arbeitet das Fraunhofer IVV an einer stetigen Verbesserung der sensorischen Qualität von Fleischalternativen. Denn die wenigsten Verbraucher möchten auf gewohnte Ernährungsmuster verzichten. Dieser hohen Nachfrage nach Fleischalternativen wird das Fraunhofer IVV mit der Forschung an wertvollen Proteinquellen aus pflanzlichen Rohstoffen und Insekten gerecht.
Vom 14. bis 19. Mai 2022 präsentiert Fraunhofer IVV seine Lösungen auf der IFFA in Halle 11.1 Stand B70.
Quelle: Fraunhofer IVV
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