
Die 33. Auflage der Dresdner Verpackungstagung war ausverkauft: Nur ganz wenige Plätze waren leer geblieben, als die Veranstaltung in der Dresdner Dreikönigskirche unter dem Motto „Verpackungen zwischen Regulierung und Aufbruch mit Intelligenz” von den Moderatorinnen Kim Cheng, Geschäftsführerin des Deutsches Verpackungsinstitut e. V., und Julia Paul, Redakteurin beim packaging journal, eröffnet wurde. Zum inzwischen traditionellen Jahresabschluss der Verpackungsbranche trafen sich erneut Entscheider und Projektverantwortliche aus Industrie, Wissenschaft und Forschung.
Von Beginn an legen die Organisatoren bei ihrem Format zwischen Tradition und Moderne größten Wert darauf, eine Dialogplattform für alle Akteure zu bieten: für die Marken, den Handel und die Entsorger genauso wie für Studierende oder Vertreter von Start-ups. Die Dresdner Verpackungstagung bietet traditionell so auch die Möglichkeit für den Erstkontakt von Verpackungsprofis und dem studierenden Nachwuchs. Unternehmen könnten in Zeiten von Fachkräftemangel ihre Mitarbeiter von morgen schon heute finden.

Nachhaltigkeit und Technologie
Hier ein erster kurzer Spannungsbogen mit dem Fokus auf drei bemerkenswerte Highlights des ersten Veranstaltungstages:
Mit einer überzeugenden Eröffnungspräsentation mit der Ansage „Drohung oder Chance – Was bedeuten die europäischen Regelungen für Verpackungen?“ konnte Sonja Bähr, Packaging Analystin der Tilisco GmbH, die Aufmerksamkeit aller im Saal gewinnen. Sie hatte sich zu einem Zeitpunkt „darauf eingelassen“, die neuesten Entwicklungen und Aspekte einzuordnen, zu dem noch nicht absehbar war wie kurzfristig und umfangreich die Änderungen ausfallen würden. Pragmatische Ansätze in den Vorschlägen des Parlaments wurde von ihr zusammengefasst, und die Forderungen, die sich aus dem Rezyklateinsatz bei Kunststoffverpackungen, ihrer Bewertung oder dem Mindeststandard ableiten, mit Konsequenzen für das Handeln erläutert. Hut ab für diese klare und engagierte Ansprache: Verpackungen stehen zunehmend im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit als gesetzliche Pflicht, technischen Anforderungen und ihren Aufgaben als Marketinginstrument. Unternehmen sollten sich frühzeitig darauf vorbereiten, wie sich PPWR und EcoFee-Modulation oder EPR auf die konkreten Projekte des Unternehmens auswirken könnten.

Einmal mehr beeindruckten Engagement und Potenzial von Schubert hinsichtlich nachhaltiger Unternehmensgrundsätze. Ralf Schubert, Geschäftsführer des Gerhard Schubert GmbH, stellte anhand der Vision Mission Blue überzeugend unterschiedliche Ansätze des Verpackungsmaschinenbauunternehmens vor. Dazu gehören neben einer starken Reduktion des Stromverbrauchs auch die Bahnplanung mit KI, die umfassende Nutzung der Möglichkeiten der additiven Fertigung, das Eliminieren von Schrumpffolie oder Konzeptstudien beispielsweise für das Ersetzen von Kunststofftrays und -blistern sowie Hybridverpackungen mit Barriereeigenschaften. Die neuen Anforderungen erfordern von Maschinenbauern das Beschreiten ganz neuer Wege: Zum Abschluss der Präsentation wurde die These vorgestellt, dass neue Maschinengenerationen entgegen der bisherigen Forderung nach immer mehr Flexibilität auch durch Wandlungsfähigkeit und eine geringere Komplexität an der Basis punkten werden. Das war Anlass für eine angeregte Diskussion.

Besonderes Augenmerk galt auch dem abschließenden, ambitionierten Vortrag von Andre Schult, Gründer und CEO der Peerox GmbH. Was verbarg sich eigentlich hinter der Thematik “Verkürzung der Einarbeitungszeit von Mitarbeitenden in der Produktion durch innovatives Wissensmanagement“? Sehr unterhaltsam und plakativ beschrieb der nach eigenen Aussagen „Ingenieur mit Leib und Seele“ den Entwicklungsprozess eines selbstlernenden Assistenzsystems, in das auch das Erfahrungswissen einfließt. Eben dieses Erfahrungswissen geht aktuell infolge von demographischem Wandel und hoher Fluktuation leider immer mehr verloren und ist auch in hoch automatisierten Produktions- und Verpackungsbetrieben eine Grundvoraussetzung. Heute ist Maddox ein marktfähiges Produkt, das nicht nur eine deutliche Verkürzung der Einarbeitungszeit erreichen kann, sondern auch die Effizienz in der Produktion steigert und eine hoch qualifizierte Datenerfassung bietet: Wissensmanagement neu gedacht – KI lässt grüßen. Referenzen namhafter Unternehme liegen vor.
Das Programm war dicht gepackt, informativ und praxisnah angelegt, regte zum Hinterfragen und zur Diskussion an. Insgesamt wurde die Netzwerkplattform von den Teilnehmern aufgeschlossen und aktiv genutzt. So konnte jeder Teilnehmer wohl schon einmal vielfältige Anregungen und neue Erkenntnisse mit in die Abendveranstaltung nehmen.
Digitalisierung und Innovationen
Auch der 2. Tag verspricht interessante Inhalte und anregende Diskussionsgrundlagen. Neben Einblicken zum Wissenstransfer in der Druck- und Medienindustrie mithilfe von künstlicher Intelligenz und dem Thema Kartonagen und Künstliche Intelligenz werden Ansätze und praktikable Wege vorgestellt, wie beispielsweise die geforderten Mehrwegquoten umgesetzt werden können. Zudem rücken neue Materialien für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit in den Fokus.
Fortsetzung folgt …
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