KI in der Verpackung – von Buzzword zu konkreten Lösungen: Tanaro Schädler, Uhlmann Group | interpack 2026

KI in der Verpackung – vom Hype zur Realität: Tanaro Schädler (Uhlmann Group) zeigt als interpack Young Talent 2026, wie sich Künstliche Intelligenz tatsächlich in der Branche durchsetzt. Seine Einschätzung: Weniger Buzzwords, dafür reifere Technologien mit echtem Mehrwert.

KI in der Verpackung – von Buzzword zu konkreten Lösungen: Tanaro Schädler, Uhlmann Group | interpack 2026

KI in der Verpackung – vom Hype zur Realität: Tanaro Schädler (Uhlmann Group) zeigt als interpack Young Talent 2026, wie sich Künstliche Intelligenz tatsächlich in der Branche durchsetzt. Seine Einschätzung: Weniger Buzzwords, dafür reifere Technologien mit echtem Mehrwert.

Die Künstliche Intelligenz hat sich in der Verpackungsindustrie von einem Buzzword zu konkreten Anwendungen entwickelt. Tanaro Schädler, Innovation Engineer AI Data bei der Uhlmann Group und eines der sechs interpack Young Talents 2026, zeigt einen differenzierten Blick auf den aktuellen Stand der KI-Integration.

Reifere Technologien statt Marketing-Versprechen

„Vor ein paar Jahren wurde dieses Wort KI, AI, Insight als Buzzword noch sehr stark angeteasert“, berichtet Schädler. „Und jetzt, 3 Jahre nach ChatGPT, werden dann auch die ersten Kennzahlen rausgesucht. Welchen Mehrwert findet man denn?“

Seine Beobachtung auf der interpack 2026: Die Buzzwords haben nachgelassen, dafür zeigen die präsentierten Technologien eine größere Produktreife. Ein Zeichen dafür, dass die Branche den Sprung von experimentellen Ansätzen zu praktischen Lösungen vollzieht – und KI nicht mehr als Verkaufsargument bemüht, sondern als belegbaren Hebel im Anlagenbetrieb.

Analytische und generative KI: zwei Welten, ein Protokoll

Schädler differenziert klar zwischen zwei KI-Kategorien: „Analytische KI, die man dann ein bisschen in der Produktnähe sieht, in Richtung Predictive Maintenance, Condition Monitoring“ und generative KI, die vor allem in Operations-Bereichen Mehrwert schaffen kann. Beide Welten haben unterschiedliche Anwendungslogiken – aber sie nähern sich technologisch an.

Einen wichtigen Durchbruch sieht er im Model Context Protocol (MCP): „Es erlaubt, eine beliebige Schnittstelle, wie wir sie ja in Maschinen heutzutage schon vorfinden, für agentische KI wie Large Language Models zur Verfügung zu stellen.“ Damit wird die Brücke zwischen produktionsnahen Systemen und generativen Modellen praktikabel – ein Schritt, der die Integrationsbarrieren der vergangenen Jahre deutlich senkt.

Pharma-Regulatorik bremst, Offenheit zieht Nachwuchs an

Besonders im Pharmabereich, der traditionellen Domäne der Uhlmann Group, stellen Regulatorien eine besondere Herausforderung dar. „Für uns im Pharmabereich sind die Regulatorien natürlich mitunter am strengsten“, erklärt Schädler. Im Konsumgütermarkt könnte eine Integration nicht-deterministischer KI deutlich früher erfolgen.

Als Young Talent sieht Schädler in der technologischen Offenheit zugleich einen wichtigen Hebel für die Nachwuchsgewinnung: „Wenn die Leute im Unternehmen merken, dass das Unternehmen selbst am technischen Zahn der Zeit arbeitet, mit neuen Technologien experimentiert, den Mitarbeitenden entsprechend auch den innovativen Freiraum lässt.“ Die Verpackungsbranche zeigt sich dabei überraschend vielfältig – von klassischen Maschinenbauern bis zu Informatikern reicht das Spektrum der Young Talents.