
Zum Jahresabschluss bietet die Dresdner Verpackungstagung als Dialogplattform noch einmal die Chance zum Austausch für Führungskräfte, Entscheider aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft und Studierende. An Tag zwei gab es nicht nur Erfolgsgeschichten zum Netzwerken der letzten Jahre, sondern auch einen Mix an Vorträgen aus großen Unternehmen der Branche und inspirierenden Start-ups.
Bis zur Kaffeepause lag der Fokus der Vorträge besonders auf faserbasierten Verpackungen und wie Künstliche Intelligenz (KI) hier zum Einsatz kommen und Mehrwert stiften kann. Eine Lösung für den Verpackungsdruck zeigte Dennis Feldhaar Business Partner Manager für das Feld Digital Transformation bei der Saueressig Group. Mit KI kann das Unternehmen bei einem neuen Druckauftrag die eigene Datenbank abgleichen und nach bestehenden, passenden Aufträgen und Druckmustern suchen. Langfristig könnte die Datenbank um die Daten von Kunden erweitert werden, wenn dies gewünscht ist, und so weitere Ergebnisse in der Suche finden.
Mit KI beschäftigt sich auf die Schumacher Packaging GmbH. Jochen Drösel referierte zum Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Transport- und E-Commerce-Verpackungen und wie hier etwas für die Nachhaltigkeit der Verpackung getan werden kann. Das ginge beispielweise durch Right-Sizing von Verpackung mithilfe der KI. Weniger Leervolumen und maßgeschneiderte Verpackungen. Immer wieder zeigt sich, dass das auch von Verbraucherinnen und Verbrauchern gewünscht ist. Die Gruppe arbeitet partnerschaftliche mit dem schwedischen Softwareanbieter Skrym zusammen. Gewicht, Volumen und Leerräume sollen reduziert werden.
Start-ups mit Innovationen
Thematisch schloss sich hier auch das erste Start-up im zweiten Teil der Veranstaltungen an. Nach der Kaffeepause stellten drei Gründerinnen ihre Start-ups und Lösungen vor. Los ging es mit Katharina Kreutzer, Co-Gründerin und CPO von boomerang. Das Unternehmen bietet Mehrwegverpackunglösungen für den E-Commerce an. Neu im Sortiment ist neben Versandtaschen in unterschiedlichen Größen die Versandbox, die 2023 auch den Deutschen Verpackungspreis des Deutschen Verpackungsinstitutes erhielt.
Auch der zweite Vortag beschäftigte sich mit dem Thema Mehrweg, allerdings für die Bereiche Lebensmittel und Einzelhandel. Tatiana Tsarkova ist Co-Gründerin des Start-ups CU Mehrweg, dass ein System für Mehrwegbehälter vor Trockenprodukte in zum Beispiel Supermärkten entwickelt hat. Einwegverpackungen können durch Mehrweglösungen und ein Pfandsystem ersetzt werden. Die leeren Behälter gelangen dann über den Pfandautomaten wieder in den Kreislauf zurück. Im Oktober 2023 startete die erste Testphase im Raum Freiburg.
Die dritte im Bunde war Vivian Loftin, Co-Gründerin von Recyda. Die webbasierte Anwendung des Unternehmens unterstützt Unternehmen dabei die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen im Blick zu haben. Gerade auf dem internationalen Markt mit unterschiedlichen Gesetzen und Regelungen in verschiedenen Ländern kann es eine Herausforderung sein, sich zurecht zu finden und passende Verpackungen zu entwickeln. Recyda sammelt die Informationen zum Recycling in verschiedenen Ländern und bringt sie in einem Tool zusammen.
Verpackungsdesign für Menschen
Nach den Vorträgen gab es eine lebendige Diskussion mit dem Publikum. Zum Endspurt der Dresdner Verpackungstagung brachten die drei Referentinnen noch einmal Energie und Inspiration in den Saal in der Dreikönigskirche in Dresden. Auch Arne Schultchen, der letzte Referent der Veranstaltung, war begeistert von den Gründerinnen. Solche Ideen und engagierte, junge Talente brauche die Branche für die Zukunft und die Entwicklungen von morgen. Der Gründer und Creative Lead von design for human nature beendete die Veranstaltung mit einem Vortrag zu Verpackungsdesign, der ganz nah am Nutzer und der Nutzerin dran ist, und der das Publikum immer wieder zum Lachen brachte. Als Beispiel für Verpackungen, die ein Gefühl auslösen, brachte Schultchen die Nivea for Men Verpackung, Hansaplast und eine Mehrweg-Fischkiste für Deutsche See mit – letztere hatte er sogar in Dresden physisch dabei. Wie können Verpackungen Nachhaltigkeitsaspekte erfüllen, beim Nutzer ein Gefühl auslösen und Produkte optimal verpacken? Darum ging es unteranderem im Vortrag.
Und so ging die 33. Dresdner Verpackungstagung mit vielen Einblicken in unterschiedliche Bereiche der Verpackungsbranche vorbei. Chancen für mehr Nachhaltigkeit wurden aufgezeigt und die Veranstaltung wurde zum Austausch genutzt.
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