Schwerer Hebeunfall in Verpackungsbetrieb führt zu hoher Geldstrafe

Ein britischer Hersteller von Papierverpackungen ist nach einem schweren Arbeitsunfall zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden.
Bild: The Health and Safety Executive (HSE)

Ein britischer Hersteller von Papierverpackungen ist nach einem schweren Arbeitsunfall zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Ein Mitarbeiter von Multi Packaging Solutions UK Limited erlitt bei einem ungeplanten Hebevorgang lebensverändernde Kopfverletzungen, nachdem eine mehrere Tonnen schwere Maschine auf ihn gestürzt war.

Der Unfall ereignete sich am 31. Oktober 2023 am Standort East Kilbride. Der damals 39-jährige Matthew King arbeitete unter einer rund 4,5 Tonnen schweren Maschine, als diese während eines innerbetrieblichen Transports von einem Gabelstapler rutschte und ihn am Kopf traf. Der Mann erlitt einen schweren Schädelbruch, Gesichtsverletzungen und Nervenschäden, die zu dauerhaften Einschränkungen führten.

Unzureichend geplante Hebeoperation

Zum Zeitpunkt des Unfalls war King Teil eines Teams, das die Maschine aus einem Lager in einen rund 160 Meter entfernten Abstellbereich verlagern sollte. Das Gerät verfügte weder über definierte Hebe- noch über Befestigungspunkte. Die Beschäftigten improvisierten den Transport, indem sie die Maschine mit einem Gabelstapler anhoben, Rollskates unterlegten und sie anschließend zogen. Bereits vor dem Unfall war die Maschine mindestens zweimal von den Staplergabeln gerutscht.

Während die Maschine angehoben war, befand sich King unter dem Gerät, um ein Rad an der Unterseite zu sichern. In diesem Moment rutschte die Maschine erneut von den Gabeln und traf ihn am Kopf.

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Ermittlungen der Aufsichtsbehörde

Die britische Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive stellte nach ihren Ermittlungen fest, dass der Hebevorgang nicht von einer fachkundigen Person geplant worden war. Weder Gewicht, Abmessungen und Schwerpunkt der Maschine noch geeignete Hebepunkte seien ausreichend bewertet worden. Zudem habe es kein sicheres Arbeitsverfahren für diese nicht routinemäßige Tätigkeit gegeben.

Die Behörde verweist darauf, dass das Bewegen von Maschinen dieser Größe und dieses Gewichts am Standort nicht zu den üblichen Tätigkeiten gehörte und daher eine strukturierte Planung zwingend erforderlich gewesen wäre.

Gericht verhängt hohe Geldstrafe

Multi Packaging Solutions UK Limited bekannte sich schuldig, gegen die Lifting Operations and Lifting Equipment Regulations 1998 verstoßen zu haben. Das Gericht in Hamilton verhängte am 20. Januar 2026 eine Geldstrafe in Höhe von 433.333 Pfund sowie einen zusätzlichen Opferzuschlag von 32.500 Pfund.

HSE-Inspektorin Ingrid Grueso sagte: „Dieser Vorfall wäre vollständig vermeidbar gewesen. Das Unternehmen hat es versäumt, den Hebevorgang ordnungsgemäß zu planen oder ein sicheres Arbeitsverfahren umzusetzen.“

Weiter erklärte sie: „Herr King hat lebensverändernde Verletzungen erlitten, darunter dauerhafte Schäden an seinem Sehvermögen, seinem Gehör und der Gesichtsmuskulatur.“

Zudem betonte sie: „Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass Hebevorgänge von einer fachkundigen Person geplant und sicher durchgeführt werden. Dies ist insbesondere bei nicht routinemäßigen Arbeiten mit schweren oder unhandlichen Lasten von entscheidender Bedeutung.“

Quelle: The Health and Safety Executive (HSE)