Mit dem Entwurf der National Waste Management Strategy 2026 hat das südafrikanische Umweltministerium die Weichen für eine stärkere Regulierung von Verpackungen gestellt. Die überarbeitete Abfallstrategie rückt die erweiterte Herstellerverantwortung und die Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt – mit direkten Auswirkungen auf Produzenten und Inverkehrbringer von Verpackungen.
Der Entwurf der National Waste Management Strategy 2026 (NWMS 2026) wurde vom Department of Forestry, Fisheries and the Environment vorgelegt und basiert auf dem National Environmental Management Waste Act von 2008. Ein zentrales Element ist die Weiterentwicklung der Extended Producer Responsibility (EPR), die insbesondere für Verpackungen von Bedeutung ist.
Verpackungen als Kernbereich der Herstellerverantwortung
Verpackungen zählen in Südafrika bereits zu den regulierten Produktgruppen im Rahmen der EPR-Systeme. Laut Entwurf sind mehr als 2000 Produzenten sowie 86 Producer Responsibility Organisations registriert, vor allem im Bereich Papier und Verpackungen. Die NWMS 2026 sieht vor, diese Systeme zu konsolidieren, zu überwachen und gegebenenfalls auszuweiten.
Die Strategie betont, dass Produzenten stärker in die Pflicht genommen werden sollen, Produkte und Verpackungen so zu gestalten, dass sie langlebiger, wiederverwendbar und besser recycelbar sind. Ziel ist es, Abfälle konsequent entlang der Abfallhierarchie zu vermeiden, zu verwerten und nur als letzte Option zu deponieren.
Höhere Umlenkungsquoten und weniger Deponierung
Die Regierung formuliert ambitionierte Umlenkungsziele: Innerhalb von fünf Jahren sollen 40 Prozent der gesammelten Abfälle von Deponien umgeleitet werden, innerhalb von zehn Jahren 50 Prozent und innerhalb von 15 Jahren mindestens 60 Prozent. Verpackungsabfälle spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie einen erheblichen Anteil ausmachen und vergleichsweise gut recycelbar sind, heißt es.
Langfristig strebt die Strategie „Zero non-residual waste going to landfill“ an. Für Verpackungshersteller bedeutet dies steigende Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Rücknahmesysteme und Berichterstattung.
Datenerfassung und Compliance im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Monitoring und Datentransparenz. Über 20.000 Aktivitäten sind im South African Waste Information System registriert, die Berichtsquote liegt jedoch bei rund 30 Prozent. Für Verpackungsinverkehrbringer dürften daher strengere Meldepflichten und Kontrollen relevant werden.
Quelle: Department of Forestry, Fisheries and the Environment