Der Branchenverband BDE kritisiert das EU-Circular-Economy-Winterpaket, das den Übergang zur Kreislaufwirtschaft beschleunigen soll, und fordern eine "Made-in-Europe"-Regelung für recycelte Kunststoffe.
Das „Circular Economy Winter Package“ der Europäische Kommission soll den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beschleunigen und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Kunststoffe. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft begrüßt den politischen Willen, die Kreislaufwirtschaft in Europa weiter voranzubringen. Gleichzeitig stellt der Verband fest, dass das Paket die akute wirtschaftliche Lage der Kunststoffrecycler nicht entschärft.
Die Kommission benennt die strukturellen Probleme der Branche zutreffend, so der BDE. Fragmentierte Märkte, hohe Energiepreise und ein massiver Preisverfall bei Primärkunststoffen setzen europäische Recycler seit Monaten unter Druck. Dennoch bleibt das Winterpaket bei der Analyse stehen. Konkrete Instrumente, die kurzfristig Nachfrage schaffen und europäische Recyclingkapazitäten stabilisieren, fehlen.
„Eine ‚Made-in-Europe‘-Regelung für recycelte Kunststoffe wäre ein klares Signal an den Markt gewesen“, betont Anja Siegesmund. „Sie hätte sofort Nachfrage geschaffen, Planungssicherheit erhöht und Investitionen in moderne Recyclinganlagen abgesichert. Diese Chance hat die Kommission im Winterpaket leider ungenutzt gelassen.“
Der BDE fordert die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten auf, die bestehenden Lücken zügig zu schließen. Der angekündigte Circular Economy Act müsse verbindliche Sourcing-Vorgaben enthalten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Recycler sicherstellen. Nur wenn Recycling in Europa wirtschaftlich tragfähig bleibe, könne die Kreislaufwirtschaft ihre Rolle für Klimaschutz, Ressourcensicherheit und industrielle Wertschöpfung erfüllen.
Quelle: BDE
Das „Circular Economy Winter Package“ der Europäische Kommission soll den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beschleunigen und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Kunststoffe. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft begrüßt den politischen Willen, die Kreislaufwirtschaft in Europa weiter voranzubringen. Gleichzeitig stellt der Verband fest, dass das Paket die akute wirtschaftliche Lage der Kunststoffrecycler nicht entschärft.
Die Kommission benennt die strukturellen Probleme der Branche zutreffend, so der BDE. Fragmentierte Märkte, hohe Energiepreise und ein massiver Preisverfall bei Primärkunststoffen setzen europäische Recycler seit Monaten unter Druck. Dennoch bleibt das Winterpaket bei der Analyse stehen. Konkrete Instrumente, die kurzfristig Nachfrage schaffen und europäische Recyclingkapazitäten stabilisieren, fehlen.
"Die Lage der Kunststoffrecycler ist ernst. Viele Unternehmen kämpfen ums wirtschaftliche Überleben. Wenn europäische Recyclingziele weiterhin ohne klare Herkunftsvorgaben erfüllt werden können, droht eine Verlagerung der Wertschöpfung ins Ausland. Das schwächt die Kreislaufwirtschaft in Europa genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir sie dringend stärken müssten.“Die von der Kommission angekündigten Schritte gehen nach Ansicht des BDE zwar in die richtige Richtung, stellen aber keine Soforthilfe dar. Dazu zählen neue Zollcodes für recycelte Kunststoffe, beginnend mit PET, die Weiterentwicklung von Abfallendekriterien für Rezyklate oder strengere Kontrollen bei Importen von Kunststoffen für den Lebensmittelkontakt. Auch der geplante Neustart der Circular Plastics Alliance zur Förderung des Dialogs zwischen Industrie, EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommission sowie Pilotprojekte für transregionale Kreislaufwirtschafts-Hubs können keine unmittelbare Abhilfe schaffen. Diese Maßnahmen können mittelfristig zu mehr Transparenz und besseren Rahmenbedingungen beitragen, entfalten jedoch keine unmittelbare Entlastungswirkung.
Anja Siegesmund, Geschäftsführende BDE-Präsidentin
Klares Signal an den Markt
Aus Sicht des BDE bleibt ein zentrales Problem ungelöst. Verbindliche europäische Vorgaben zur Beschaffung von Rezyklaten fehlen weiterhin. Ohne eine klare Bevorzugung von in Europa hergestellten Recyclingmaterialien besteht die Gefahr, dass gesetzliche Rezyklatquoten zunehmend über Importe erfüllt werden. Europäische Anlagen verlieren dadurch Marktanteile, Investitionen werden aufgeschoben oder ganz eingestellt.„Eine ‚Made-in-Europe‘-Regelung für recycelte Kunststoffe wäre ein klares Signal an den Markt gewesen“, betont Anja Siegesmund. „Sie hätte sofort Nachfrage geschaffen, Planungssicherheit erhöht und Investitionen in moderne Recyclinganlagen abgesichert. Diese Chance hat die Kommission im Winterpaket leider ungenutzt gelassen.“
Der BDE fordert die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten auf, die bestehenden Lücken zügig zu schließen. Der angekündigte Circular Economy Act müsse verbindliche Sourcing-Vorgaben enthalten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Recycler sicherstellen. Nur wenn Recycling in Europa wirtschaftlich tragfähig bleibe, könne die Kreislaufwirtschaft ihre Rolle für Klimaschutz, Ressourcensicherheit und industrielle Wertschöpfung erfüllen.
Quelle: BDE
