Ein Konsortium aus Unternehmen, Technologieanbietern und Hilfsorganisationen hat in Großbritannien eine KI-basierte Lösung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erprobt. Beteiligt waren unter anderem Zest, Nestlé, FareShare und Company Shop Group. Das Projekt zeigt, wie sich Verluste in der Lebensmittelproduktion – auch im Zusammenspiel mit Verpackungsprozessen – besser erfassen, reduzieren und überschüssige Mengen gezielt umverteilen lassen.
Im Rahmen des 16-monatigen Pilotprojekts wurden mithilfe von künstlicher Intelligenz Produktionsdaten analysiert, um Entstehungsorte und -zeitpunkte von Lebensmittelverlusten in Echtzeit sichtbar zu machen. Dabei rücken auch Schnittstellen zur Verpackung in den Fokus, etwa wenn Produkte durch Verpackungsfehler, Kennzeichnungsprobleme oder Prozessabweichungen nicht in den regulären Vertrieb gelangen.
KI vernetzt Daten entlang von Produktion und Verpackung
Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist die verbesserte Transparenz entlang der Produktionsprozesse. Die eingesetzte KI-Technologie verknüpft bislang isolierte Datenpunkte und ermöglicht so eine genauere Analyse von Abfällen und Überschüssen – auch an Übergängen zwischen Produktion und Verpackung.
Gerade in hochautomatisierten Linien entstehen Verluste häufig an diesen Schnittstellen, etwa bei fehlerhaften Siegelungen, beschädigten Verpackungen oder falschen Etiketten. Die KI-gestützte Auswertung kann solche Ursachen schneller identifizieren als manuelle Verfahren. In einem Anwendungsfall konnte die Geschwindigkeit der Analyse halbiert und gleichzeitig die identifizierte Menge an Lebensmittelabfällen vervierfacht werden.
Verpackung entscheidet über Weiterverwertung
Neben der Analyse stand auch die Umverteilung im Fokus. Die Plattform von Zest verknüpft verfügbare Lebensmittelüberschüsse direkt mit der Nachfrage von Organisationen wie FareShare. Voraussetzung für eine Weitergabe ist jedoch in vielen Fällen eine intakte und konforme Verpackung, die Transport, Lagerung und Lebensmittelsicherheit gewährleistet.
Im Projektverlauf wurden rund 201,9 Tonnen Lebensmittel umverteilt, was etwa 480.000 Mahlzeiten entspricht. Insgesamt konnten laut Projektangaben rund 94.000 Menschen über Hunderte von Organisationen unterstützt werden. Zusätzlich wurden 4,8 Tonnen essbarer Überschüsse identifiziert, die zuvor nicht genutzt wurden und nun für den menschlichen Verzehr verfügbar waren.
Bedeutung für Verpackungsprozesse und -design
Die Ergebnisse zeigen auch Potenziale für die Verpackungsindustrie. Durch datenbasierte Analysen lassen sich Schwachstellen in Verpackungsprozessen gezielt identifizieren und reduzieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass Verpackung eine zentrale Rolle spielt, wenn es darum geht, Lebensmittelverluste zu vermeiden und überschüssige Produkte für alternative Nutzungspfade verfügbar zu machen.
Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender Nachhaltigkeitsziele gewinne diese Verbindung zusätzlich an Bedeutung. Verpackung müsse nicht nur Materialeinsatz und Recyclingfähigkeit berücksichtigen, sondern auch dazu beitragen, Produktverluste entlang der Wertschöpfungskette zu minimieren.
Skalierung als nächster Schritt
Die beteiligten Organisationen sehen in der Skalierung der Technologie den nächsten Schritt. Voraussetzung dafür sei eine stärkere Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette – einschließlich der Integration von Verpackungsprozessen in datenbasierte Steuerungssysteme – sowie die Nutzung gemeinsamer Plattformen zur Koordination von Angebot und Nachfrage.
Das Projekt gilt als Beispiel dafür, wie digitale Technologien zur Effizienzsteigerung und zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten beitragen können. Gleichzeitig zeigt es, dass Verpackung als Teil des Gesamtsystems stärker in datengetriebene Optimierungsansätze eingebunden wird.
Quelle: Nestlé UK







