Kleine Kosmetikverpackungen erschweren die Sortierung

Kleine Kosmetikverpackungen erschweren die Sortierung in Recyclinganlagen und stellen das Recycling vor technische Herausforderungen. Dies zeigt ein Ergebnispapier des Forum Rezyklat.
Die aktuelle Sortier- und Recyclingpraxis stößt bei kleinen Verpackungen dekorativer Kosmetik an ihre technischen Grenzen (Bild: GEKA)

Die dekorative Kosmetikindustrie steht vor einer erheblichen Herausforderung: Die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen. Kleine und zylindrische Verpackungsformate, die für Produkte wie Mascara oder Lippenstift typisch sind, erschweren die Sortierung in Recyclinganlagen. Dies zeigt ein Ergebnispapier des Forum Rezyklat, das von Expertinnen und Experten der Branche erstellt wurde.

Ein Praxistest in einer deutschen Sortieranlage verdeutlicht die Problematik: Er zeigte, dass zahlreiche Verpackungen der dekorativen Kosmetik aufgrund ihrer geringen Abmessungen oder Geometrie in den allermeisten Fällen nicht den richtigen Materialströmen zugeordnet werden können. Auch wenn es vereinzelt Sortiertechnologien gibt, bei denen Größe und Form eine untergeordnete Rolle spielen, sind diese aktuell nicht Stand der breiten Praxis und daher für die heutige Recyclingrealität nicht maßgeblich.

Ökologische Zielkonflikte

Die Verpackungen größer zu gestalten oder auf alternative Materialien wie Glas oder Aluminium umzusteigen, könnte die Sortierbarkeit verbessern. Dies würde jedoch zu höheren CO₂-Emissionen und einem erhöhten Materialverbrauch führen. Die Expertinnen und Experten warnen vor diesen ökologischen Zielkonflikten und betonen die Notwendigkeit praxisnaher Lösungen.

Anforderungen an die PPWR

Das Forum Rezyklat fordert, dass die EU-Verordnung Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) praxisnahe Vorgaben macht, die sowohl die Recyclingfähigkeit als auch die Produktsicherheit gewährleisten. Dazu gehören realistische Vorlaufzeiten für neue regulatorische Vorgaben und mehr Planungssicherheit für Investitionen. 

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Das Forum Rezyklat, ein Zusammenschluss von über 80 Mitgliedern aus der gesamten Wertschöpfungskette, arbeitet an Strategien zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, die Qualität von Recyclingmaterialien zu verbessern und den Recyclinganteil in Verpackungen zu erhöhen. Die Mitglieder engagieren sich in verschiedenen Fachpaketen, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln und das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft zu stärken.

Quelle: Forum Rezyklat