Der Krieg im Nahen Osten führt zu steigenden Energiepreisen und bedroht die Stabilität der Wellpappenindustrie. Die Branche sieht sich laut VDW mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert.
Der Krieg im Nahen Osten hat nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen, die die Wellpappenindustrie stark unter Druck setzen. Steigende Energiepreise, insbesondere bei Gas und Öl, drohen die ohnehin angespannte Lage weiter zu verschärfen. Der Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) warnt vor den möglichen Folgen für die stark mittelständisch geprägte Branche, die bereits mit hohen Rohstoffkosten und einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage zu kämpfen hat.
Energiepreise als Belastungsfaktor
Die Versorgungslage mit Erdgas war bereits zu Beginn des Jahres 2026 angespannt. Ein iranischer Angriff auf eine zentrale Exportanlage für verflüssigtes Erdgas in Katar könnte die Situation weiter verschärfen, so die Internationale Energieagentur (IEA). An der niederländischen Börse stieg der Erdgaspreis um rund 30 Prozent auf fast 70 Euro je Megawattstunde. Diese Preissteigerungen führen zu einer erhöhten Nervosität an den Märkten und haben direkte Auswirkungen auf die Kostenstruktur der Wellpappenindustrie.
Auch der Ölpreis, der erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges wieder über 100 Dollar pro Barrel gestiegen ist, stellt eine erhebliche Belastung dar. Die erhöhte Nachfrage und die Unsicherheiten auf dem Ölmarkt schlagen sich in den Logistikkosten nieder, was die Branche zusätzlich belastet.
Auswirkungen auf die Produktion
Die Wellpappenindustrie sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, die gestiegenen Kosten in einem ohnehin schwierigen Marktumfeld zu bewältigen. Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des VDW, betont, dass die Branche in den letzten beiden Rezessionsjahren bereits erheblich gefordert war. Die Kosten für den wichtigsten Rohstoff Papier stiegen sowohl 2024 als auch 2025 erheblich an, was die finanzielle Belastung weiter erhöhte.
Würth warnt davor, dass die kumulierten Belastungseffekte langfristig nicht mehr aufgefangen werden können. Die Unternehmen der Wellpappenindustrie sind traditionell leistungsfähig und haben bereits zahlreiche Krisen gemeistert. Doch die aktuelle Situation erfordere neue Strategien und Anpassungen, um die Herausforderungen zu bewältigen.
Zukunftsaussichten
Die Unsicherheit über die Dauer und Intensität des Konflikts im Nahen Osten lässt die Unternehmen der Wellpappenindustrie vorsichtig in die Zukunft blicken. Die Branche ist auf eine stabile Energieversorgung angewiesen, um ihre Produktionsprozesse aufrechtzuerhalten. Die steigenden Energiepreise könnten jedoch zu Engpässen führen, die sich negativ auf die gesamte Lieferkette auswirken.
Insgesamt bleibt die Lage angespannt, und die Unternehmen müssen sich auf weitere Turbulenzen einstellen, heißt es. Der VDW appelliert an die Politik, schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Energieversorgung zu sichern und die Preisentwicklung zu stabilisieren. Nur so könne die Wellpappenindustrie ihre wichtige Rolle als Zulieferer für zahlreiche andere Branchen weiterhin erfüllen.
Quelle: Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW)







