Paperization-Trend in der Lebensmittelindustrie nimmt zu

Papierbasierte Verpackungen gewinnen in der Lebensmittelindustrie an Bedeutung. GlobalData sieht Verbraucherwünsche und Regulierung als Treiber.
(Bild: Shutterstock/Juicy Foto)

Papierbasierte Verpackungen gewinnen in der Lebensmittelindustrie weltweit an Bedeutung. Nach einer aktuellen Analyse von GlobalData treiben Umweltbewusstsein der Verbraucher und regulatorischer Druck den sogenannten Paperization-Trend voran.

Der Einsatz papierbasierter Verpackungen in der Lebensmittelindustrie nimmt weltweit zu. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen GlobalData, das eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen und umweltverträglichen Verpackungslösungen beobachtet. Verbraucher legen demnach zunehmend Wert auf recycelbare und kompostierbare Verpackungen, während Hersteller ihre Produktions- und Verpackungsprozesse stärker an Nachhaltigkeitszielen ausrichten.

Alternativen zu Kunststoff gefragt

Besonders Materialien wie Papier, Zellstoff und geformte Fasern rücken laut GlobalData in den Fokus, da sie im Vergleich zu Kunststoffen als ressourcenschonender gelten. Verpackungslösungen auf dieser Basis werden zunehmend als Alternative zu herkömmlichen Kunststoffverpackungen eingesetzt, insbesondere im Bereich von Lebensmitteln.

GlobalData verweist auf konkrete Markteinführungen, die den Trend unterstreichen. So brachte Mars Australia im November 2024 unter der Marke MasterFoods eine papierbasierte Quetschverpackung für Tomatensauce auf den Markt. Die Verpackung ist recycelbar und enthält nach Angaben des Unternehmens deutlich weniger Kunststoff als herkömmliche Varianten. In Europa führte Mondelēz International gemeinsam mit der Saica Group im Juni 2024 papierbasierte Verpackungen für Multipacks von Süßwaren, Keksen und Schokolade ein. Das Projekt ist Teil des Ziels, flexible Verpackungen vollständig recyclingfähig zu gestalten.

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Verbraucher wollen recycelbare Verpackungen

Auch Verbraucherumfragen stützen den Trend. Laut einer GlobalData-Erhebung betrachten 73 Prozent der Befragten recycelbare Verpackungen als entscheidendes oder wünschenswertes Kriterium beim Kauf von Lebensmitteln. Parallel dazu erhöhen gesetzliche Vorgaben den Druck auf Hersteller, nachhaltige Alternativen einzusetzen.

Als Beispiel nennt GlobalData Kanada, wo die Regierung das Verbot bestimmter Einwegkunststoffe ausgeweitet hat. Ähnliche Entwicklungen sind in asiatischen Ländern wie China und Indien zu beobachten, die schrittweise Einwegkunststoffe verbieten und nachhaltige Verpackungslösungen fördern. Diese regulatorischen Maßnahmen beschleunigen den Umstieg auf papier- und faserbasierte Verpackungen.

Nach Einschätzung von GlobalData eröffnet der Paperization-Trend Herstellern neue Möglichkeiten, ihre Verpackungen weiterzuentwickeln, ihre Markenpositionierung zu stärken und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig steigt der Innovationsdruck, nachhaltige Materialien und neue Verpackungsformate industriell skalierbar umzusetzen.

Quelle: GlobalData