Papiersackindustrie verzeichnet leichte Erholung

Die deutsche Papiersackindustrie hat sich 2025 leicht erholt. Trotz hoher Kosten und Unsicherheiten blickt die Branche optimistisch in die Zukunft und bereitet sich auf neue EU-Regulierungen vor.
(Bild: Repasack)

Die deutsche Papiersackindustrie verzeichnete 2025 eine leichte Erholung. Trotz hoher Kosten und Unsicherheiten blickt die Branche optimistisch in die Zukunft und bereitet sich auf neue EU-Regulierungen vor.

Im Jahr 2025 hat sich die deutsche Papiersackindustrie leicht erholt: Die Unternehmen lieferten 3,2 Prozent mehr Papiersäcke aus als im Vorjahr. Besonders im Agrar- und Ernährungssektor, einschließlich Saatgut, Futtermittel, Milchpulver und Nahrungsmittel, wurden deutliche Zuwächse verzeichnet. Auch der Bereich Mineralien entwickelte sich positiv, während der Markt für Baustoffe ohne Zement und Chemikalien leicht zulegen konnte. Lediglich im Zementsegment war ein Rückgang zu beobachten. Im europäischen Vergleich behauptet Deutschland weiterhin den zweiten Platz hinter Italien.

Die Mitglieder der Gemeinschaft Papiersackindustrie e. V. (GemPSI) bewerten ihre Geschäftslage 2025 mit durchschnittlich 3,0 Punkten als befriedigend, was eine Verbesserung um 0,2 Punkte im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Zufriedenheit mit der Geschäftslage blieb auf Vorjahresniveau. Positiv wirkten sich das Angebot qualitativ hochwertiger Verpackungslösungen und das vertrauensvolle Verhältnis zu den Kunden aus. Trotz erheblicher Schwankungen und Unsicherheiten stieg die Nachfrage nach Papiersäcken im Jahresverlauf.

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Herausforderungen durch Kosten und Wettbewerb

Hohe Energiekosten und Unsicherheiten in der gesamtwirtschaftlichen Lage führten zu einem vorsichtigen Bestellverhalten bei den wichtigsten Kundengruppen. Die schwache Bauindustrie und der zunehmende Wettbewerb aus Fernost verschärften die Situation, insbesondere im chemischen Sektor. Zusätzlich belasteten steigende Personalkosten und Papierpreise die Unternehmen. Geopolitische Veränderungen, der ungewisse Umsetzungszeitpunkt der europäischen Entwaldungsverordnung (EUDR), US-Zölle und zunehmende bürokratische Anforderungen sorgten für Turbulenzen im Markt.

Regulierungen und Markttrends

Im Jahr 2025 standen regulatorische Themen wie die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und die EUDR im Fokus der Kunden. Dies führte zu einem hohen Informations- und Beratungsbedarf. Gleichzeitig rückten Kostendruck und Einsparpotenziale entlang der Lieferkette stärker in den Vordergrund. Einige Papiersackhersteller beobachteten veränderte Anforderungen an das Verpackungsdesign, insbesondere hinsichtlich Barrierefolien, mikrobiologischer Reinheit und Recyclingfähigkeit der Materialien.

Ausblick auf 2026

Für das Jahr 2026 erwarten die GemPSI-Mitglieder eine stabile bis leicht positive Entwicklung des Papiersackmarkts. Rund 67 Prozent der Befragten gehen von einem moderaten Wachstum aus, während 33 Prozent eine weitgehend gleichbleibende Entwicklung erwarten. Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftsaussichten für 2026 mit durchschnittlich 2,5 Punkten optimistischer als im Vorjahr. Positive Impulse werden insbesondere im Marktsegment chemische Produkte sowie in den Bereichen Zement und Baustoffe prognostiziert.

Die GemPSI-Mitglieder sehen sich mit ihren Produkten gut im Markt positioniert. Ihre qualitativ hochwertige Produktpalette sowie ihre hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit sind ausschlaggebend. Zudem erfüllen die deutschen Papiersackhersteller bereits zahlreiche regulatorische Anforderungen, etwa im Zusammenhang mit der PPWR, EUDR und der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks. Auch das Rücknahme- und Recyclingsystem Repasack wird nach Inkrafttreten der PPWR sowie des nationalen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes fortgeführt und deckt die erweiterten Anforderungen an die Herstellerverantwortung für gewerblich genutzte Verpackungen ab.

Die Ergebnisse der Branchenumfrage zeigen, dass PPWR, VerpackDG und EUDR in den kommenden Jahren einen hohen Anpassungs- und Vorbereitungsbedarf mit sich bringen werden. Entsprechend überprüfen die Unternehmen ihre Produktportfolios, intensivieren die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette und bauen internes Know-how auf.

Quelle: Gemeinschaft Papiersackindustrie e. V.