Regulatorischer Druck, steigende Rezyklatquoten und neue Materialdebatten: Verpackungsexperte Philipp Keil ordnet im Packaging People-Podcast ein, warum 2026 für viele Unternehmen zum Wendepunkt werden könnte – und weshalb die PPWR mehr Innovationskraft freisetzen dürfte als befürchtet.
Folge 32: Warum 2026 zum Schlüsseljahr für die Verpackungsbranche wird
Die Verpackungsbranche steht vor einer Phase, in der regulatorische Anforderungen und Marktmechanismen stärker ineinandergreifen als je zuvor. Mit der Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), verbindlichen Rezyklatquoten und steigenden Anforderungen an Recyclingfähigkeit wird 2026 für viele Unternehmen zum strategischen Prüfstein.
Im Gespräch mit Packaging People-Host Matthias Laux analysiert der renommierte Verpackungsexperte Philipp Keil die Lage der Branche. Keil ist seit vielen Jahren in leitenden Funktionen in der Verpackungsindustrie tätig und arbeitet heute bei der WEIG-Gruppe. In dieser Folge spricht er jedoch ausdrücklich als Branchenkenner und nicht im Auftrag seines Unternehmens.

„Die PPWR im Speziellen wird zentraler Innovations-Driver sein. Sie schafft verbindliche Ziele, an denen sich Marken und die Industrie ausrichten müssen. Das sorgt für Transformation und für neues Denken.“
Philipp Keils zentrale These: Regulierung muss nicht Innovationsbremse sein. Im Gegenteil. „Die PPWR ist kein Innovationskiller, sondern ein Beschleuniger“, sagt Keil im Podcast. Zwar schaffe die Verordnung zunächst Unsicherheit, doch sie zwinge Unternehmen dazu, Verpackung systemisch zu denken – von der Materialwahl über das Design bis zur Recyclingfähigkeit und Datentransparenz.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf faserbasierten Lösungen und der Weiterentwicklung papier- und kartonbasierter Verpackungen. Keil sieht hier große Chancen, warnt jedoch vor einfachen Substitutionslogiken. Nachhaltigkeit entstehe nicht allein durch den Wechsel eines Materials, sondern durch die ganzheitliche Betrachtung von Produktschutz, Logistik, Kreislauffähigkeit und Wirtschaftlichkeit.
„Wer Regulierung als Kreativbremse versteht, der wird scheitern.“
Gleichzeitig macht er deutlich, dass 2026 kein Jahr kosmetischer Anpassungen wird. Unternehmen müssten jetzt entscheiden, ob sie regulatorische Anforderungen lediglich verwalten oder strategisch nutzen wollen. „Wer 2030 noch wettbewerbsfähig sein will, muss sich heute positionieren“, so Keil.
Dabei gehe es nicht nur um Materialinnovationen, sondern auch um neue Formen der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Hersteller, Markenartikler und Rohstoffproduzenten müssten enger kooperieren, um praktikable Lösungen zu entwickeln. Wer frühzeitig investiere, Partnerschaften aufbaue und regulatorische Entwicklungen antizipiere, könne daraus klare Wettbewerbsvorteile ziehen.
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