Polypropylen stand lange im Schatten seiner Recyclingmöglichkeiten. Trotz einer jährlichen Produktion von rund 80 Millionen Tonnen wird weniger als ein Prozent recycelt. Auf der diesjährigen Packaging Innovations & Empack präsentierte Prevented Ocean Plastic (POP) jetzt das erste mechanisch recycelte, lebensmittelsichere Polypropylen (rPP), das den europäischen Standards entspricht.
Die Herausforderung bestand darin, Polypropylen in Anwendungen zurückzuführen, die die höchste Nachfrage antreiben, insbesondere im Lebensmittelbereich. Bisher wurde recyceltes Polypropylen meist in minderwertige Anwendungen umgewandelt, was den Bedarf an neuem Material für hochwertige Verpackungen nicht reduzierte. Durch die Einhaltung der EU-Verordnung 2022/1616 hat POP gemeinsam mit seinen Partnern einen neuen Anreiz für die Sammlung und Wiederverwendung geschaffen.

Raffi Schieir, Direktor von Prevented Ocean Plastic, bezeichnet diesen Fortschritt als einen bedeutenden Schritt für verantwortungsvolle Lieferketten. „Wir können nun mechanisch recyceltes Polypropylen in lebensmittelsicheren Endprodukten verwenden, was zuvor unmöglich war“, erklärt Schieir. Dies öffnet neue Möglichkeiten für hochwertige, nachhaltige Verpackungen.
Die Mechanik hinter dem Fortschritt
Der Erfolg von POP basiert auf einem Franchise-Modell für die Sammlung von Kunststoffabfällen in gefährdeten Küstenregionen, bevor diese ins Meer gelangen. Dieses Modell wird bereits in Indonesien durch Sammelzentren, die von Danone Aqua unterstützt werden, umgesetzt und soll in anderen Regionen mit hohem Risiko und begrenzter Infrastruktur repliziert werden.

Der Schlüssel liegt in der kontrollierten Sammlung und der Sicherstellung einer konstanten Inputqualität. POP investiert in die Sortierung und Anpassung des Rohmaterials, um die lebensmittelsichere Verwendung von recyceltem Polypropylen zu ermöglichen. Das Material wird bereits in verschiedenen Formaten, einschließlich flexibler Anwendungen, eingesetzt.
Nachfrage entscheidend
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Nachfrage. Laut ICIS-Daten könnte die Nachfrage nach recyceltem Polypropylen bis 2030 auf über eine Million Tonnen jährlich steigen. Derzeit beträgt die Produktionskapazität von POP etwa 10.000 Tonnen pro Jahr, und die Nachfrage übersteigt das Angebot bereits um das Zehnfache.
Quelle: Easyfairs







