Hohe Recyclingleistung von Glasverpackungen in Europa

Eine neue Studie des italienischen Forschungszentrums SSV zeigt, dass opakes Verpackungsglas in Europa zuverlässig sortiert und recycelt werden kann.
Glasflaschen (Bild: Josep Curto/shutterstock.com) Glasflaschen (Bild: Josep Curto/shutterstock.com)
(Bild: Shutterstock/Josep Curto)

Die europäischen Glasverbände Ferver und Feve haben einen technischen Bericht vorgestellt, der die Sortier- und Recyclingfähigkeit von opakem Verpackungsglas untersucht. Die Studie liefert belastbare Daten zur Leistungsfähigkeit der europäischen Glasrecycling-Infrastruktur.

Der europäische Verband der Glasrecyclingunternehmen Ferver und der europäische Behälterglasverband Feve haben die Veröffentlichung eines neuen technischen Berichts des italienischen Forschungszentrums Stazione Sperimentale del Vetro (SSV) begrüßt. Die von Feve in Auftrag gegebene Studie untersucht die effektive Recyclingleistung von opakem Verpackungsglas in Europa und bewertet, inwieweit heutige optische Sortiersysteme opake Glasscherben zuverlässig erkennen können.

Ziel der Untersuchung war es, den Mindestwert der Lichttransmission zu bestimmen, ab dem opake Glasscherben von den in Altglas-Aufbereitungsanlagen eingesetzten optischen Sortiertechnologien eindeutig als Glas identifiziert werden. Grundlage bilden umfangreiche Labormessungen sowie industrielle Versuche im europäischen Maßstab, die den aktuellen Stand der Technik in der Glasrecycling-Infrastruktur abbilden.

Reale Sortierleistungen höher als erwartet

Die Ergebnisse zeigen, dass moderne optische Sortiersysteme opake Glasscherben mit einer durchschnittlichen Transmission von mehr als 2,5 Prozent im sichtbaren Licht zuverlässig erkennen können. Die Messungen erfolgten nach dem derzeit vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) definierten Opazitätsprotokoll unter Einbeziehung des International Technical Center for Bottling and Related Packaging (CETIE). Damit übertreffen die realen Sortierleistungen nach Einschätzung der Studienautoren die in einzelnen nationalen Verpackungsgesetzen festgelegten Schwellenwerte deutlich.

Anzeige

Zur Absicherung der Ergebnisse führte SSV industrielle Tests in neun Altglas-Aufbereitungsanlagen in verschiedenen europäischen Ländern durch. Insgesamt wurden 2.700 Kilogramm standardisierter Scherben aus unterschiedlichen opaken Glasverpackungen verarbeitet. Unter realen Betriebsbedingungen wurden dabei unter anderem die Ausschussraten für Keramik, Steine und Porzellan erfasst und verschiedene Sortiertechniken miteinander verglichen.

Recyclinggerechtes Design für Glasverpackungen

Die Studienergebnisse sollen in die laufenden Arbeiten des CEN zur Entwicklung technischer Spezifikationen für recyclinggerechtes Design von Glasverpackungen einfließen. Diese Spezifikationen entstehen unter Beteiligung der gesamten Wertschöpfungskette – von Glasherstellern über Aufbereitungsanlagen und Abfüller bis hin zu Maschinenlieferanten und EPR-Systemen. Ziel ist es, Leitlinien zur Recyclingfähigkeit regelmäßig an technologische Entwicklungen in Sammlung, Sortierung und Recycling anzupassen.

Nach Einschätzung der beiden Verbände liefert die Studie eine fundierte technische Grundlage für künftige regulatorische Entscheidungen auf europäischer Ebene. Sie trägt dazu bei, die Kriterien für recyclinggerechtes Verpackungsdesign realitätsnah auszugestalten und die Kreislaufwirtschaft im Glasbereich weiter zu stärken.

Quelle: Aktionsforum Glasverpackung