Mit dem Abschluss der Übernahme ist das Insolvenzverfahren des Folienherstellers Treofan beendet. Der Standort Neunkirchen bleibt erhalten, das Unternehmen tritt künftig unter dem Namen Polyopt GmbH auf.
Rund fünf Monate nach dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hat der Folienhersteller Treofan seine Restrukturierung abgeschlossen. Der Geschäftsbetrieb wurde auf eine neue, insolvenzfreie Gesellschaft übertragen, die künftig unter dem Namen Polyopt GmbH firmiert. Neuer Eigentümer ist die familiengeführte Al Ghurair Group mit Sitz in Dubai.
Die notwendigen kartellrechtlichen Genehmigungen liegen inzwischen vor, sodass der Vollzug der Transaktion erfolgen konnte. Der Produktionsstandort in Neunkirchen sowie rund 290 Arbeitsplätze (von vormals 465) bleiben erhalten. Bereits im Dezember 2025 waren die Übernahmeverträge mit dem neuen Gesellschafter unterzeichnet worden.
Strategischer Investor aus der Kunststoffindustrie
Hinter der Polyopt GmbH steht die Al Ghurair Group, die ihre Aktivitäten im Kunststoffbereich mit der Übernahme weiter ausbaut. Zur Unternehmensgruppe gehört mit Taghleef Industries bereits einer der weltweit führenden Hersteller von flexiblen Polypropylen-Folien. Polyopt und Taghleef sollen künftig als Schwesterunternehmen agieren. Nach Angaben der Beteiligten sollen am Standort Neunkirchen sowohl die Entwicklung und Produktion von Kondensatorfolien als auch von flexiblen Verpackungsfolien fortgeführt werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Eigenverwaltungsverfahren erfolgreich abgeschlossen
Treofan hatte am 4. September 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Trotz einer schwierigen Ausgangslage konnte der Geschäftsbetrieb stabilisiert und während des gesamten Verfahrens fortgeführt werden. Dr. Anna Katharina Wilke von der Kanzlei Flöther & Wissing, die das Verfahren als Generalbevollmächtigte begleitet hatte, erklärt: „Mit dem Vollzug der Übernahme lässt der Standort in Neunkirchen das Kapitel Insolvenz hinter sich und kann jetzt wieder positiv in die Zukunft schauen.“
Auch der gerichtlich bestellte Sachwalter Dr. Sebastian Mohrs von Abel & Kollegen bewertete den Abschluss der Transaktion positiv. „Nach einem transparenten Verkaufsprozess hat der Standort mit der Übernahme durch einen strategischen Investor jetzt gute Aussichten, sich wieder positiv zu entwickeln. Die Gläubiger können mit dieser Lösung zufrieden sein“, sagt Mohrs.
Quelle: Flöther & Wissing