Verallia prüft Werksschließungen in Europa

In Deutschland betreffen die Überlegungen insbesondere den Standort Essen.
Der Verallia-Standort Leeds (Bild: btimagery / Shutterstock.com)

Verallia hat angekündigt, seine industrielle Aufstellung in Europa strategisch zu überprüfen. Der Glasverpackungshersteller reagiere damit auf eine veränderte Nachfrage im europäischen Markt für Glasverpackungen und stellt mögliche Kapazitätsanpassungen in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich zur Diskussion.

Nach mehreren Wachstumsjahren von rund zwei Prozent pro Jahr bis 2020 sei der europäische Glasverpackungsmarkt zunächst durch die Covid-19-Pandemie gebremst worden, habe anschließend eine Erholung erlebt und 2023 schließlich einen deutlichen Rückgang von 13 Prozent im Volumen verzeichnet. Damit liege das Marktniveau strukturell unter dem von 2019. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem eine seit 2019 um vier Prozent gesunkene Alkoholnachfrage in Europa sowie wachsenden Druck auf Exportströme in die USA und nach Asien.

Prüfung einer Standortschließung in Deutschland

Vor diesem Hintergrund hat Verallia eine strategische Überprüfung seiner europäischen Standorte eingeleitet, um die Produktionskapazitäten an die neuen Marktbedingungen anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

In Deutschland betreffen die Überlegungen insbesondere den Standort Essen. Die Nachfrage in Deutschland, Belgien und den Niederlanden bleibe verhalten, eine deutliche Erholung sei mittelfristig nicht absehbar. Geprüft wird eine Konzentration der Produktion auf die Werke in Bad Wurzach, Neuburg und Wirges. Dies könnte zur Schließung des Standorts Essen und zum Wegfall von rund 300 Stellen führen.

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Anpassungen in Frankreich und Großbritannien

In Frankreich erwägt Verallia die Stilllegung eines Ofens am Standort Châteaubernard, der das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Hintergrund ist ein struktureller Rückgang im Cognac-Markt ohne mittelfristige Erholungsperspektive. Betroffen wären rund 60 Stellen. Laut Unternehmen soll dies ausschließlich über freiwillige Maßnahmen, einen freiwilligen Austrittsplan sowie Vorruhestandsregelungen erfolgen.

Im Vereinigten Königreich steht die Schließung eines Alt-Ofens in Knottingley zur Diskussion. Parallel dazu soll ein effizienterer Ofen im nahegelegenen Werk Leeds wieder angefahren werden. Möglichkeiten zur internen Versetzung von Beschäftigten zwischen den beiden Standorten würden geprüft.

Die geplanten Schritte seien Teil einer Nachhaltigkeits- und Investitionsstrategie. Verallia kündigte an, den sozialen Dialog mit Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften in den Mittelpunkt des weiteren Vorgehens zu stellen.

Quelle: Verallia