Alternative Verpackungskonzepte für Süßwaren mit Mehrwert

Die Süßwarenbranche reagiert auf aktuelle Trends und entwickelt innovative Packstoffe und Maschinenkonzepte für Schokolade, Bonbons oder Fruchtgummi stetig weiter.
(Bild: Analia Baggiano/unsplash)

Süßwaren bleiben weltweit gefragt – doch Konsumgewohnheiten verändern sich. Neben Geschmack rücken gesundheitliche Aspekte, nachhaltige Verpackungen und neue Materialien stärker in den Fokus. Die Branche entwickelt innovative Packstoffe und Maschinenkonzepte für Schokolade, Bonbons oder Fruchtgummi daher stetig weiter.

Süßwaren gehören weiterhin zu den wachstumsstarken Segmenten der Lebensmittelindustrie. Gleichzeitig verändert sich der Markt spürbar. Verbraucher erwarten heute nicht nur süßen Genuss, sondern zunehmend auch einen funktionalen Mehrwert. Pflanzliche Rezepturen, zuckerfreie Varianten, Bio-Zutaten oder proteinreiche Snacks gewinnen an Bedeutung. Auch neue Ingredients, die Geschmack, Farbe und Textur multisensorisch erlebbar machen, sorgen für Innovationen im Sortiment.

Parallel dazu steigen die Anforderungen an Produktion und Verpackung. Süßwaren gelten aus technischer Sicht als anspruchsvolle Produkte: Fettgehalt, klebrige Oberflächen oder temperaturempfindliche Rezepturen stellen Maschinen und Packstoffe vor Herausforderungen. Zudem spielen Faktoren wie Produktschutz, Haltbarkeit und eine hochwertige Präsentation eine zentrale Rolle.

Wachsender Markt mit hoher Dynamik

Trotz der Veränderungen bleibt die Nachfrage hoch. Marktforscher schätzten den globalen Markt für Schokoladensüßwaren zuletzt auf rund 173 Milliarden US-Dollar. Prognosen gehen davon aus, dass er bis 2034 auf mehr als 300 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte – ein durchschnittliches Wachstum von knapp sieben Prozent pro Jahr. Europa gilt dabei weiterhin als wichtiger Absatzmarkt. Laut Fortune Business Insights lag der Marktanteil 2025 bei rund 52 Prozent.

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Nachhaltige Packstoffe im Aufwind

Gerade bei Süßwaren spielte Kunststoff aufgrund seiner Barriereeigenschaften lange eine zentrale Rolle. Produkte reagieren empfindlich auf Sauerstoff, Feuchtigkeit oder Fettmigration. Inzwischen entstehen jedoch zunehmend Alternativen, die ähnliche Schutzfunktionen bieten und gleichzeitig recyclingfähig sind.

Gut geschützt: Schokolade in Barrierepapier von Koehler Paper. (Bild: Nucao)

Papierbasierte Barriereverpackungen, Monomateriallösungen und andere kreislauffähige Konzepte gewinnen an Bedeutung. Unternehmen wie Koehler Paper treiben diese Entwicklung mit funktionalen Verpackungspapieren voran. Produktlinien wie NexPlus Advanced oder NexPlus Seal Coat sollen Sauerstoff-, Mineralöl- und Fettbarrieren bieten und sich gleichzeitig im Altpapierstrom recyceln lassen.

Nach Angaben des Unternehmens lassen sich diese Materialien zudem auf bestehenden Verpackungsmaschinen mit vergleichbarer Geschwindigkeit wie Kunststoff verarbeiten. Die neueste Generation soll außerdem eine gleichmäßige Hochglanzoptik ermöglichen. Damit könnten Marken eine hochwertige Präsentation erreichen, ohne auf Kunststoffverbunde zurückzugreifen.

Dass solche Lösungen auch im Markt Anwendung finden, zeigen bereits erste Projekte. Das Start-up Nucao nutzt beispielsweise Papierverpackungen auf Basis von NexPlus Advanced für seine Schokoladenprodukte. Der Schokoladenhersteller Vivani verfolgt einen anderen Ansatz und setzt auf eine heimkompostierbare Folie aus nachwachsenden Rohstoffen. Ergänzt durch FSC-zertifizierte Papierwickel und mineralölfreie Druckfarben wird die Verpackung dort auch Teil der Markenkommunikation.

Maschinen für neue Materialien

Mit den veränderten Anforderungen an Packstoffe entwickeln sich auch die Maschinenkonzepte weiter. Flexibilität, Modularität und schnelle Umrüstbarkeit stehen im Mittelpunkt.

Die neue Schlauchbeutelmaschine FPC6 verarbeitet unterschiedliche Produktformate und beherrscht mehrere Siegelarten. (Bild: Theegarten-Pactec)

Theegarten-Pactec zeigt zur interpack erstmals die Hochleistungsmaschine FPC6. Sie ist laut Hersteller für Schokoladenriegel, -tafeln und Pralinen ausgelegt und verarbeitet verschiedene Produktformate sowie mehrere Siegelarten – darunter Kaltsiegeln, Heißsiegeln und Trennnahtschweißen für wasserlösliche Folien.

Auch Rovema arbeitet an Lösungen für alternative Materialien. Die Schlauchbeutelmaschine BVC 250 Candy kann nach Angaben des Unternehmens sowohl Mono- und Verbundmaterialien als auch Papier und Papierverbunde verarbeiten. Gleichzeitig erreicht sie Leistungen von bis zu 300 Beuteln pro Minute. In Kooperation mit Packmittelherstellern testet Rovema neue Materialien hinsichtlich Maschinengängigkeit, Siegeleigenschaften und Leistungsparametern.

Die Rovema Schlauchbeutelmaschine BVC 250 Candy produziert auch wiederverschließbare Beutel aus Papier. (Bild: packaging journal)

Mehr Funktionalität für Verpackungen

Neben Material und Maschinen spielt auch die Funktionalität von Verpackungen eine zunehmend wichtige Rolle. Wiederverschließbarkeit, intuitive Handhabung und ein verbessertes Nutzererlebnis rücken stärker in den Fokus.

Ein Beispiel ist das Verschlusssystem Easylock von Aplix. Das Haken-zu-Haken-System aus recyclingfähigem Polyethylen soll akustisches und taktiles Feedback beim Öffnen und Schließen bieten. Gleichzeitig sei der Verschluss relativ tolerant gegenüber Produktpartikeln – ein Vorteil etwa bei klebrigen Süßwaren.

Digitalisierung schafft Transparenz

Auch digitale Technologien gewinnen an Bedeutung. Verpackungen werden zunehmend zu Informations- und Kommunikationsplattformen. Ein aktuelles Beispiel ist ein Rückverfolgbarkeitssystem eines Schokoladenherstellers, das mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 ausgezeichnet wurde. Über QR-Codes auf der Verpackung können Verbraucher die Herkunft des Kakaos bis zur Erzeugercommunity zurückverfolgen. Möglich wird dies durch ein digitales Tracking-System, das Daten entlang der gesamten Lieferkette zusammenführt. Digitalisierung soll damit nicht nur Prozesse effizienter machen, sondern auch Vertrauen schaffen.

Hinweis: Dieser Artikel entstand auf Basis eines Fachartikels, den das packaging journal zur freien Verfügung für interessierte Medien im Auftrag der interpack 2026 erstellt hat. Den Originalartikel finden Sie hier. Mehr zu Verpackungslösungen für Süßwaren erfahren Sie live auf der interpack 2026 vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf.