Vetropack spürt Marktdruck

Das Unternehmen meldet für 2025 rückläufige Umsätze und Gewinne.
Der Vetropack-Standort St-Prex (Bild: Vetropack)

Die Vetropack-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 deutlich geringere Erlöse und Gewinne verzeichnet. Wie der Schweizer Glasverpackungshersteller mitteilte, belasteten Preisdruck, Überkapazitäten im Markt und einmalige Kosten das Ergebnis. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an Kapazitätsanpassungen sowie neuen Produktionslinien für leichtere Glasflaschen.

Der Nettoumsatz von Vetropack sank 2025 auf 778,9 Mio. CHF und lag damit 7,5 % unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis ging von 34,3 Mio. CHF auf 21,6 Mio. CHF zurück, während der Konzerngewinn von 13,7 Mio. CHF auf 3,8 Mio. CHF fiel. Ohne Währungseffekte betrug der Umsatzrückgang 5,9 %.

Preisdruck und Überkapazitäten belasten Geschäft

Nach Angaben des Unternehmens war das Marktumfeld im Jahr 2025 durch eine schwache Nachfrage, sinkende Preise und Überkapazitäten geprägt. Eine Stabilisierung zur Jahresmitte habe sich nicht nachhaltig fortgesetzt. Gleichzeitig erschwert der hohe Fixkostenanteil der Glasindustrie eine schnelle Anpassung an Marktschwankungen.

Zusätzliche Belastungen entstanden durch einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Schließung des Standorts St-Prex sowie durch Wertberichtigungen auf Vermögenswerte. Diese Effekte summierten sich 2025 auf 15,9 Mio. CHF. Bereinigt um diese Sondereffekte lag das operative Ergebnis bei 37,5 Mio. CHF nach 58,6 Mio. CHF im Jahr zuvor.

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Investitionen in Energie und Leichtglas

Trotz der schwierigen Marktsituation investierte Vetropack im Jahr 2025 insgesamt 53,2 Mio. CHF in Sachanlagen. Zu den größten Projekten gehörten die Modernisierung der Energieversorgung an mehreren Standorten sowie der Ausbau erneuerbarer Energie.

Am kroatischen Standort Hum na Sutli wurde eine weitere Photovoltaikanlage installiert, die jährlich rund 1.900 MWh Strom erzeugen soll. Zudem baut das Unternehmen in Pöchlarn eine Produktionslinie für Leichtglasflaschen auf. Die geplante Linie für die Rezon-Leichtglasflaschen soll im Laufe des Jahres 2026 in Betrieb gehen und einen wichtigen Schritt zur Serienproduktion darstellen.

Vorsichtiger Ausblick auf 2026

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Vetropack weiterhin mit einem anspruchsvollen Umfeld. Bei stabilen Absatzmengen erwartet das Unternehmen aufgrund des anhaltenden Preisdrucks niedrigere Nettoerlöse als im Vorjahr. Die operative Marge könnte jedoch durch eingeleitete Maßnahmen leicht steigen.

Zusätzliche Unsicherheit sieht Vetropack in geopolitischen Entwicklungen und möglichen Energiepreisschwankungen. Zudem will das Unternehmen nach dem CEO-Wechsel Anfang 2026 seine Strategie überprüfen und neue Initiativen für profitables Wachstum entwickeln. Ergebnisse dieses Prozesses sollen im August 2026 vorgestellt werden.

Quelle: Vetropack