Ob Schrauben, Batterien, Schreibwaren, Blumenzwiebeln, Elektronikzubehör oder Heimwerkerartikel – Non-Food-Produkte stellen besondere Anforderungen an Verpackungen. Faltschachteln, Trays, Beutel oder Blister müssen nicht nur Schutz und Funktionalität gewährleisten, sondern zugleich im Handel Aufmerksamkeit erzeugen, den Versand im E-Commerce überstehen und zunehmend nachhaltiger werden.
Anders als bei Lebensmitteln bleiben viele Non-Food-Produkte länger in ihrer Verpackung. Stabilität, Wiederverschließbarkeit und einfache Öffnungsmechanismen spielen daher eine wichtige Rolle. Büroartikel werden häufig in Faltschachteln oder Kunststoffboxen angeboten, Batterien in Blisterverpackungen und Schrauben in transparenten Kunststoffbeuteln. Gleichzeitig dient die Verpackung oft als Präsentationsfläche: Eurolochungen ermöglichen die hängende Platzierung im Regal, während Sichtfenster oder transparente Materialien den Blick auf das Produkt freigeben.
Alternative zu klassischen Kunststoffbändern
Nachhaltigkeit ist auch bei Non-Food-Verpackungen ein zentrales Thema. Materialien sollen recyclingfähig sein, der Materialeinsatz sinken und Maschinenlösungen effizienter arbeiten. Der interpack-Aussteller Siebeck verfolgt nach eigenen Angaben mit seiner vollautomatischen Verschnürmaschine JET A50 S einen solchen Ansatz. Anstelle von Kunststoffumreifungsbändern nutzt das System eine kompostierbare Kordel aus 100 Prozent Baumwolle. Unterschiedliche Verpackungshöhen sowie frei programmierbare Schnürbilder lassen sich automatisiert umsetzen. Laut Hersteller kann die Technologie auch zur Sicherung von Produkten in Versandkartons eingesetzt werden und damit klassische Polstermaterialien ersetzen.

Luftpolster mit reduziertem Materialeinsatz
Im Versandhandel stehen Produktschutz und Materialeffizienz besonders im Fokus. Flöter Verpackungs-Service setzt hierfür auf seine AirWave-Systeme. Der Schutz entsteht dabei überwiegend durch eingeschlossene Luft, wodurch der Materialeinsatz vergleichsweise gering ausfällt. Neben klassischen Varianten bietet das Unternehmen laut eigenen Angaben auch nachhaltigere Alternativen an: AirWave Bio-Folie basiert auf nachwachsenden Rohstoffen und ist biologisch abbaubar, während AirWave ClimaFilm aus Post-Consumer-Rezyklat besteht. Mit AquaWave hat Flöter zudem wasserlösliche Papierluftpolster entwickelt, deren Beschichtung sich im Recyclingprozess vollständig auflöst.

Nachhaltige Hilfsstoffe gewinnen an Bedeutung
Ein weiterer Ansatzpunkt liegt bei Hilfs- und Betriebsstoffen. Der interpack-Aussteller Follmann entwickelt beispielsweise biobasierte Dispersionen, Hotmelts und PSA-Klebstoffe. Nach Unternehmensangaben lassen sich durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und zertifizierter Massenbilanzverfahren fossile Ressourcen reduzieren, ohne bestehende Produktionsprozesse anzupassen. Ergänzend kommen wasserbasierte Druckfarben zum Einsatz, die als VOC-freie Alternative zu lösemittelhaltigen Systemen gelten. Gerade bei aufmerksamkeitsstark bedruckten Non-Food-Verpackungen gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.
Neue Konzepte für Primärverpackungen

Auch bei Primärverpackungen entstehen neue Lösungen. Das Unternehmen AeroFlexx kombiniert flexible LDPE-Folie mit einer integrierten Luftkammerstruktur. Dadurch soll der Kunststoffverbrauch im Vergleich zu klassischen Flaschen laut Hersteller um 50 bis 70 Prozent sinken. Eine selbstschließende Ventiltechnologie ermöglicht zudem eine nahezu vollständige Entleerung der Verpackung. Das Konzept wurde kürzlich mit einem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.
Schlauchverpackungen für technische Produkte
Poly-clip System überträgt seine Erfahrungen aus der Lebensmittelindustrie zunehmend auf industrielle Non-Food-Anwendungen. Mit dem automatischen Doppelclipper FCA 80 zeigt das Unternehmen eine Maschine, die Collagen-, Faser- oder Kunststoffdärme verschließt und sich laut Hersteller insbesondere für pastöse oder viskose Produkte wie Dichtstoffe oder Bauchemikalien eignet. Die Portionen werden dabei grammgenau übernommen und per Clip zu Einzelwürsten oder Ketten verschlossen.
Der Siegel- und Clipautomat TSCA 120 verarbeitet zudem Flachfolie von der Rolle zu einem füllfertigen Schlauch. Dieser wird anschließend in einer integrierten Clip-Einheit verschlossen. Laut Poly-clip System eignet sich das Verfahren unter anderem für technische Produkte wie Dichtstoffe oder zivile Sprengstoffe und ermöglicht eine flexible Verarbeitung verschiedener Verbundfolien.
Mehrweglösungen für Transport und Lagerung
Auch Transportverpackungen entwickeln sich weiter. Auer Packaging zeigt beispielsweise den Eurobehälter mit Scharnierdeckel Pro, der für Anwendungen mit erhöhtem Schutzbedarf konzipiert ist. Eine integrierte Gummidichtung und Spannhebelverschlüsse sorgen laut Hersteller für Spritzwasserschutz und Staubdichtigkeit. Für größere Mengen an Flüssigkeiten oder Granulaten bietet das Unternehmen zudem einen Bag-in-Box-IBC an, der einen stabilen Mehrwegbehälter mit austauschbaren Inliner-Beuteln kombiniert.

Non-Food-Verpackungen erfüllen damit heute weit mehr Aufgaben als reinen Produktschutz. Sie tragen zur Markenpräsentation bei, unterstützen effiziente Logistikprozesse und müssen gleichzeitig steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit erfüllen.
Hinweis: Dieser Artikel entstand auf Basis eines Fachartikels, den das packaging journal zur freien Verfügung für interessierte Medien im Auftrag der interpack 2026 erstellt hat. Den Originalartikel finden Sie hier. Mehr zu Verpackungslösungen für Süßwaren erfahren Sie live auf der interpack 2026 vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf.







