Nach sieben intensiven Messetagen zieht Thomas Dohse, Direktor der interpack, eine durchweg positive Bilanz der weltweit größten Fachmesse für Verpackung und Verpackungsmaschinen. Trotz anfänglicher Bedenken wegen geopolitischer Spannungen erwies sich die Veranstaltung als großer Erfolg.
Internationale Strahlkraft bestätigt
„Wir sind ganz erleichtert. Es war eine Top-Messe“, resümiert Dohse im Interview mit dem packaging journal. Besucher aus über 160 Ländern kamen nach Düsseldorf – ein Beleg für die ungebrochene internationale Bedeutung der interpack. „Ich war überrascht, dass wir von den geopolitischen Herausforderungen nicht so stark betroffen waren“, erklärt der Messedirektor.
Besonders das Thema Innovative Materials rückte dabei in den Fokus. „Das beeinflusst in erster Linie auch die Materialseite sehr stark“, so Dohse mit Blick auf die PPWR-Regulierung. Der persönliche Austausch erwies sich als entscheidend: „Man muss sich vergewissern, man muss sich in die Augen schauen, man muss miteinander sprechen.“
Verpackung als systemrelevante Branche
Die Pandemie hat das Image der Verpackungsbranche nachhaltig verändert. „Vor COVID sagten die Leute, oh, da ist zu viel Verpackung. Aber nach COVID verstand jeder, wie wichtig Verpackung für den Schutz des Produkts, für den Transport, für die Hygiene ist“, erklärt Dohse.
Die Branche zeige trotz schwieriger Wirtschaftslage weiterhin Wachstumsraten, getrieben durch weltweites Bevölkerungs- und Konsumwachstum. Damit positioniert sich Verpackung nicht mehr als Kostenfaktor oder Umweltlast, sondern als Infrastruktur einer globalen Versorgung – ein Imagewandel, der auch die Diskussionen in Düsseldorf prägte.
Olympische Spiele der Verpackungsbranche
Traditionell löst die interpack einen Boost bei Auftragseingängen aus. „Die interpack ist der Innovationszeitpunkt der Industrie“, betont Dohse stolz. Die nächste Ausgabe ist für 2029 geplant, das genaue Datum wird in den kommenden Wochen bekannt gegeben.
Dohse hofft, dass die Besucher Düsseldorf als „globale Bühne für Processing und Packaging“ in Erinnerung behalten – als „Olympische Spiele der Verpackungsbranche“. Die Bilanz 2026 zeigt: Trotz globaler Unsicherheiten bleibt die interpack das wichtigste Branchentreffen weltweit – und der Ort, an dem Innovationen, Allianzen und strategische Weichenstellungen entstehen.
