Ein Jahr nach Einführung des Einweg-Pfandsystems auf Getränkeverpackungen zieht Recycling Pfand Österreich eine positive Bilanz. Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurde das für 2025 festgelegte Ziel erreicht. Umweltminister Norbert Totschnig und Geschäftsführerin Monika Fiala sehen das System als wichtigen Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft.
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Österreich ein Einweg-Pfandsystem für Getränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall. Ziel der Maßnahme ist es, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und Littering zu reduzieren. Nach dem ersten vollständigen Jahr fällt die Bilanz positiv aus: Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurde die gesetzliche Vorgabe von 80 Prozent erreicht.
Im Jahr 2025 wurden rund zwei Milliarden Pfandflaschen und -dosen in Verkehr gesetzt. Bis zum 31. Dezember 2025 wurden davon etwa 1,4 Milliarden Gebinde zurückgegeben und wieder in den Materialkreislauf eingebracht. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gebindegewichte sowie der durchschnittlichen Verweildauer zwischen Erstinverkehrsetzung und Rückgabe von rund 51 Tagen ergibt sich daraus die Sammelquote von 81,5 Prozent.
„2025 war ein äußerst spannendes Jahr für uns. Mit der Einführung des Einweg-Pfandsystems haben wir eines der größten Kreislaufwirtschaftsprojekte Österreichs umgesetzt. Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent sammeln die Menschen in Österreich heute mehr Gebinde als je zuvor: Flasche zu Flasche bzw. Dose zu Dose wird damit zur Realität.“
Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Recycling Pfand Österreich bestätigt die breite Akzeptanz des Systems. Rund drei Viertel der Konsument:innen befürworten das Einweg-Pfandsystem, 85 Prozent fühlen sich gut informiert. Neun von zehn Befragten wissen, dass pfandpflichtige Verpackungen am österreichischen Pfandsymbol erkennbar sind. Als wichtigsten Vorteil nennen rund 75 Prozent der Befragten eine saubere Umwelt, gefolgt vom Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Rückgabe vor allem über Automaten
Das flächendeckende Rücknahmesystem umfasst rund 16.300 Rückgabestellen, davon mehr als 6.400 Automaten im Handel. Rund 98 Prozent der Einweg-Getränkeverpackungen werden über Rückgabeautomaten in Supermärkten retourniert. Pro Rückgabe werden dabei im Durchschnitt 13 Gebinde zurückgegeben. Österreich zählt damit zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Rückgabeautomaten in Europa.
Geschlossener Materialkreislauf und ökologische Lenkungswirkung
Mit dem Einweg-Pfandsystem werden Getränkeverpackungen sortenrein gesammelt und in einem geschlossenen Materialkreislauf geführt. Dadurch kann das Material nahezu vollständig recycelt werden. Gleichzeitig erhalten Getränkeproduzenten ein Vorkaufsrecht auf die zurückgegebenen Materialien, was insbesondere im Hinblick auf die seit 2025 geltende EU-Vorgabe von mindestens 25 Prozent Rezyklatanteil in PET-Getränkeflaschen relevant ist.
Zudem entfalte das System eine ökologische Lenkungswirkung, da Verpackungen erstmals nach ihrer Recyclingfähigkeit bewertet werden. Materialien, die das Recycling erschweren, sind mit höheren Gebühren verbunden. Laut Recycling Pfand Österreich wurden bereits im ersten Jahr Verpackungsoptimierungen wie besser ablösbare Etiketten beobachtet.
Quelle: Recycling Pfand Österreich