EFSA hat Datenaufruf abgeschlossen

Angesprochen waren unter anderem Lebensmittelunternehmen, nationale Behörden, Forschungsinstitute und Hochschulen.
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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen zur Einreichung von Daten zur Verpackung von frischem, unverarbeitetem Obst und Gemüse aufgerufen. Die Frist zur Teilnahme endete nun am 30. Januar 2026. Hintergrund ist die geplante Umsetzung der EU-Verordnung 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle, die ein Verbot von Einweg-Kunststoffverpackungen für vorverpackte frische Produkte unter 1,5 Kilogramm vorsieht. Die Ergebnisse sollen in künftige Leitlinien der Europäischen Kommission einfließen.

Die EFSA wurde von der Europäischen Kommission mit der Erstellung einer wissenschaftlichen Stellungnahme beauftragt, die insbesondere Ausnahmen vom geplanten Verpackungsverbot prüfen soll. Im Fokus stehen dabei frische, unverarbeitete Früchte, Gemüse und Kräuter, die unter Normalatmosphäre und nicht in modifizierter Atmosphäre verpackt werden. Auch papierbasierte Verpackungen mit einem Kunststoffanteil von mehr als fünf Prozent fallen unter die Regelung.

Fokus auf mikrobiologische Sicherheit und Qualität

Ziel der Datensammlung ist es, mögliche Auswirkungen eines Verzichts auf Einweg-Kunststoffverpackungen auf die mikrobiologische Sicherheit und Qualität der Produkte zu bewerten. Die EFSA untersucht dabei insbesondere Risiken durch Kreuzkontamination, das Überleben und Wachstum von lebensmittelbedingten Krankheitserregern sowie von Verderbniserregern. Verglichen werden unterschiedliche Verpackungsszenarien im Vertrieb und Einzelhandel, darunter Kunststoffverpackungen, alternative Materialien wie Holz- oder Kartonverpackungen mit geringem Kunststoffanteil sowie der vollständige Verzicht auf Verpackungen.

Sollten sich dabei Veränderungen in der Verbraucherexposition gegenüber Krankheitserregern oder Effekte auf die Haltbarkeit und Qualität der Produkte zeigen, will die EFSA die zugrunde liegenden Risikofaktoren identifizieren und priorisieren.

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Gesucht: Praxisdaten aus der Lieferkette

Angesprochen waren unter anderem Lebensmittelunternehmen, nationale Behörden, Forschungsinstitute und Hochschulen. Gefragt waren Daten zur heute üblichen Angebotsform von frischem Obst und Gemüse, zu Gründen für Portionsverpackungen, zu eingesetzten Verpackungssystemen sowie zu möglichen Nachteilen alternativer Materialien im Vergleich zu Kunststoff. Ebenso relevant waren Informationen zu Handhabungs- und Hygienemaßnahmen entlang der Lieferkette sowie zu produktspezifischen mikrobiologischen Risiken.

Die Frist zur Teilnahme endete am 30. Januar 2026. Die EFSA betont, dass die eingereichten Daten ohne Vorfestlegung für die spätere Bewertung berücksichtigt werden und die Grundlage für die weitere regulatorische Ausgestaltung auf EU-Ebene bilden sollen.

Quelle: EFSA