Verbraucher wollen Recycling-Infos auf Verpackungen: Winfried Mühling, PRO CARTON | interpack 2026

89 Prozent der Verbraucher fordern mehr Entsorgungshinweise auf Verpackungen. Winfried Mühling (PRO CARTON) erklärt auf der interpack 2026, wie die PPWR-Verordnung faserbasierte Verpackungen stärkt – und warum der Young Designer Award erstmals über 1.000 Einreichungen verzeichnet.

Verbraucher wollen Recycling-Infos auf Verpackungen: Winfried Mühling, PRO CARTON | interpack 2026

89 Prozent der Verbraucher fordern mehr Entsorgungshinweise auf Verpackungen. Winfried Mühling (PRO CARTON) erklärt auf der interpack 2026, wie die PPWR-Verordnung faserbasierte Verpackungen stärkt – und warum der Young Designer Award erstmals über 1.000 Einreichungen verzeichnet.

Auf der interpack 2026 gewährt Winfried Mühling von PRO CARTON Deutschland tiefe Einblicke in das Verbraucherverhalten bei Verpackungen. Die aktuellen Studienergebnisse zeigen deutliche Trends: Recyclingfähigkeit steht für 65 Prozent der Verbraucher an erster Stelle der wichtigsten Verpackungseigenschaften.

Informationsbedarf bei der Entsorgung wächst

Besonders bemerkenswert ist der hohe Informationsbedarf: 89 Prozent der Verbraucher wünschen sich zusätzliche Angaben zur korrekten Entsorgung auf der Verpackung. „Der Verbraucher versucht natürlich, Dinge richtig zu machen. Bei Papier und Karton hat er weniger die Herausforderung, aber bei flexiblen Verpackungen ist eine Unsicherheit da“, erklärt Mühling.

Obwohl 84 Prozent der Konsumenten angeben, recyclingfähige von nicht-recyclingfähigen Materialien unterscheiden zu können, suchen viele die zusätzliche Absicherung durch klare Kennzeichnungen. Die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Informationsbedarf zeigt: Konsumenten wollen Verantwortung übernehmen – brauchen dafür aber eindeutige Hinweise am Produkt selbst.

Kartonindustrie profitiert von Gesetzgebung

Die PPWR-Verordnung wirkt als Katalysator für faserbasierte Verpackungen. „Wir sehen durchaus, dass die Faltschachtel mehr und mehr nachgefragt wird“, so Mühling. Selbst traditionelle Kunststofflieferanten wie Amcor integrieren zunehmend faserbasierte Lösungen in ihr Portfolio.

Die hohe Recyclingquote von 87 Prozent bei Karton verschafft dem Material deutliche Vorteile gegenüber anderen Verpackungsmaterialien. Damit fällt die regulatorische und die konsumentenseitige Bewertung erstmals deckungsgleich aus – ein Effekt, der die Wettbewerbsposition faserbasierter Lösungen strukturell stärkt.

Nachwuchsrekord trotz wirtschaftlicher Eintrübung

Der Young Designer Award von PRO CARTON verzeichnet erstmals über 1.000 Einreichungen aus ganz Europa und etabliert sich als größter Nachwuchswettbewerb für Verpackungsdesign auf dem Kontinent. „Ich bin wirklich sehr stolz darauf zu sagen, dass wir dieses Jahr die Barriere von 1.000 Einreichungen überschreiten werden“, betont Mühling. Die ersten erfolgreichen Übergänge von Teilnehmern in die Industrie zeigen die praktische Relevanz des Wettbewerbs.

Trotz dieser positiven Entwicklung leidet die Branche unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen. „Das Stimmungsbild ist schon eher negativ, eher eingetrübt“, gibt Mühling zu. Dennoch sieht er optimistisch in die Zukunft: Das natürliche Wachstum durch die Nachfrage nach faserbasierten Verpackungen werde bei einer wirtschaftlichen Erholung deutlich über dem Marktwachstum liegen.