Wellpappenindustrie verzeichnet 2025 leichtes Absatzminus

Besonders belastend entwickelte sich laut VDW die Preisentwicklung bei Wellpappenrohpapieren.
Bild: Verband der Wellpappen-Industrie e.V.

Die deutsche Wellpappenindustrie hat 2025 einen leichten Rückgang beim Absatz verzeichnet. Wie der Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) mitteilt, belasteten politische Unsicherheiten, hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie die schwache Konjunktur die Branche.

Mit rund 7.403 Mio. qm Wellpappe lag der Absatz der VDW-Mitgliedsunternehmen 2025 um 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Umsatz ergab sich dagegen ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber 2024. Nach Einschätzung des Verbands reichte dieser Anstieg jedoch nicht aus, um die gestiegenen Kosten auszugleichen.

„Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands stand 2025 erneut unter denkbar schwierigen Vorzeichen. Die Folgen bekam auch die Wellpappenindustrie als Zulieferin der wichtigsten Transportverpackung des Landes massiv zu spüren“, erklärte der Vorsitzende des VDW, Dr. Steffen P. Würth.

Hohe Rohstoff- und Energiekosten belasten Branche

Besonders belastend entwickelte sich laut Verband die Preisentwicklung bei Wellpappenrohpapieren. Von Januar bis Juni 2025 stieg der durchschnittliche gewichtete Rohpapierpreis um 12,9 Prozent, im Jahresdurchschnitt lag er 4,2 Prozent über dem Niveau von 2024.

„Dies bedeutete für die Wellpappenindustrie eine große Zusatzbelastung inmitten einer ohnehin angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage“, sagte Würth.

Der Verband verweist zudem auf hohe Lohnstückkosten, steigende Energiepreise sowie zunehmende Bürokratiebelastungen. Auch die internationale Handelspolitik und anhaltende Zollkonflikte hätten wichtige Industriekunden der Branche belastet.

VDW blickt zurückhaltend auf 2026

Für das laufende Jahr bewertet der VDW die Aussichten vorsichtig. Als zusätzliche Risiken nennt der Verband die Folgen des Kriegs im Nahen Osten und mögliche weitere Energiepreisschocks. Führende Wirtschaftsinstitute hätten ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt bereits nach unten korrigiert.

„Die Wellpappenindustrie sieht sich schon jetzt stark betroffen durch in die Höhe geschnellte Energiepreise, Produktions- und Logistikkosten sowie neue Unsicherheiten am Markt“, warnte Würth.

Nach Angaben des VDW repräsentieren die derzeit 30 Mitgliedsunternehmen mit rund 100 Werken etwa 80 Prozent der deutschen Wellpappenproduktion. Die Recyclingquote des Materials lag 2025 bei 95,3 Prozent.

Quelle: VDW