Studie warnt vor Recyclinglücke bei Kunststoffen in UK

Bereits zwischen 2023 und 2025 sei die britische Recyclingkapazität um 22 Prozent gesunken.
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Die britische Kunststoffrecyclingbranche steht nach Einschätzung einer neuen Studie vor einem massiven Kapazitätsengpass. Der Report „Reimagining Recycling“, erstellt von Ceres Waste, Renewables & Environment mit Unterstützung von Viridor, kommt zu dem Schluss, dass die vorhandene Recyclinginfrastruktur den künftig steigenden Mengen an getrennt erfassten Kunststoffen nicht gewachsen ist. Bereits zwischen 2023 und 2025 sei die britische Recyclingkapazität um 22 Prozent gesunken.

Gleichzeitig erwarten die Autoren einen deutlichen Anstieg der für das Recycling erfassten Kunststoffmengen. Treiber seien politische Maßnahmen wie die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), das Pfandsystem (DRS), „Simpler Recycling“ und die Einbeziehung von Müllverbrennungsanlagen in den Emissionshandel. Bis 2060 könnten demnach zwischen 4,2 und 4,9 Millionen Tonnen Kunststoff jährlich zur Verwertung anfallen.

Bis zu 169 neue Anlagen erforderlich

Um diese Mengen vollständig im Vereinigten Königreich zu recyceln, wären nach den Modellrechnungen erhebliche Investitionen erforderlich. Bis 2030 müssten zusätzlich 18 Sortieranlagen (MRFs), 38 mechanische Recyclinganlagen sowie 13 bis 25 chemische Recyclinganlagen entstehen. Bis 2060 steigt der Bedarf auf insgesamt 169 neue Anlagen.

Die Autoren warnen, dass ohne einen raschen Ausbau der Infrastruktur die Abhängigkeit von Kunststoffexporten weiter zunehmen werde. Bereits heute werde ein erheblicher Teil der gesammelten Kunststoffabfälle ins Ausland verbracht.

Milliardenpotenzial für Wirtschaft und Klima

Der Bericht sieht zugleich große wirtschaftliche Chancen. Durch den Ausbau der Recyclinginfrastruktur könnten private Investitionen von bis zu 5,9 Milliarden Pfund ausgelöst werden. Die Studie beziffert den möglichen zusätzlichen Beitrag zur Wirtschaftsleistung auf 25 bis 28 Milliarden Pfund und geht von 6.900 bis 7.700 neuen „Green Jobs“ bis 2060 aus.

Auch aus Klimasicht sei ein Ausbau der Kunststoffverwertung entscheidend. Die Studie verweist darauf, dass die Verbrennung von Kunststoffen erhebliche fossile CO₂-Emissionen verursacht. Durch höhere Recyclingquoten könnten bis zu 143 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden.

Forderungen an die Politik

Zur Stabilisierung des Marktes empfehlen die Autoren unter anderem verbindliche Rezyklateinsatzquoten für weitere Kunststoffanwendungen, strengere Maßnahmen gegen Betrug bei Recyclingkunststoffen, mehr Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie Unterstützung für die Kommerzialisierung chemischer Recyclingverfahren.

Quelle: Ceres Waste, Renewables & Environment