Druckfarben für Verpackungen behaupten sich im schwachen Marktumfeld

Für 2026 erwartet der VdL erneut einen Rückgang der gesamten Absatzmenge bei Druckfarben.
Bild: Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie

Auf der Jahrespressekonferenz des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) standen erneut rückläufige Marktdaten im Fokus. Während der Publikationsdruck weiter deutlich an Bedeutung verliert, konnte sich der Bereich Druckfarben für Verpackungen 2025 dem Branchentrend teilweise entziehen und leicht wachsen.

Insgesamt wurden 2025 auf dem deutschen Markt 168.000 Tonnen Druckfarben im Wert von 702 Millionen Euro verkauft. Das entspricht einem Rückgang der Absatzmenge um rund 5 Prozent. Hauptursache für das Minus ist der anhaltend schrumpfende Publikationsdruck. Demgegenüber entwickelte sich der Verpackungsdruck nach Angaben des Verbands positiv und konnte leichte Zuwächse verzeichnen.

Verpackungsdruck als Stabilitätsanker

Der Verpackungsdruck bleibe damit ein stabilisierender Faktor innerhalb des Druckfarbensegments. Getrieben wird dieser Bereich vor allem durch die Nachfrage nach Verpackungen für Konsumgüter, Lebensmittel und industrielle Anwendungen. Während Printprodukte im klassischen Verlags- und Werbedruck weiter an Volumen verlieren, profitiert der Verpackungsdruck von vergleichsweise robusten Absatzmärkten.

Dennoch reicht das Wachstum im Verpackungssegment nicht aus, um die strukturellen Rückgänge im Publikationsdruck vollständig zu kompensieren. Für 2026 erwartet der VdL daher erneut einen Rückgang der gesamten Absatzmenge bei Druckfarben um rund 3 Prozent.

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Gesamtbranche bleibt unter Druck

Auch die Lack- und Farbenindustrie insgesamt verzeichnete 2025 ein schwaches Jahr. Die Verkaufsmenge sank um 2,8 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen, der Umsatz ging um knapp 1,2 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zurück. VdL-Präsident Dr. Harald Borgholte verwies auf die anhaltende gesamtwirtschaftliche Schwäche. „Die deutsche Wirtschaft stagniert seit sechs Jahren und befindet sich auf dem Niveau von 2019“, sagte er auf der Jahrespressekonferenz.

Mit Blick auf regulatorische Entwicklungen warnte VdL-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Kanert vor zusätzlichen Belastungen im Zuge der europäischen Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft wie PPWR und ESPR. „Ein Anfang ist gemacht, aber es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns.“

Für Hersteller von Druckfarben für Verpackungen bedeute dies ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld. Zwar bleibt das Verpackungssegment vergleichsweise stabil, doch die Gesamtdynamik der Branche dürfte auch 2026 von Zurückhaltung und strukturellem Wandel geprägt sein, wie es heißt.

Quelle: Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie