EPA verschärft PFAS-Regulierung für Verpackungen

Für Hersteller und Verarbeiter bedeutet dies eine potenziell präzisere Erfassung von PFAS-Anwendungen entlang der Lieferkette.
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Die US-Umweltbehörde EPA hat eine Zwischenbilanz ihrer PFAS-Maßnahmen vorgelegt. Neben Trinkwasser, Altlasten und Industrieemissionen rücken dabei auch Anwendungen in Alltagsprodukten wie Lebensmittelverpackungen stärker in den Fokus regulatorischer und analytischer Aktivitäten.

PFAS (Per- and polyfluoroalkyl substances) werden seit Jahrzehnten eingesetzt, um Materialien hitze-, fett- und wasserabweisend zu machen. Dazu zählen auch beschichtete Papier- und Kartonverpackungen für Lebensmittel. Aufgrund ihrer hohen Persistenz und möglicher Gesundheitsrisiken bei langfristiger Exposition stehen insbesondere langlebige Verbindungen wie PFOA und PFOS regulatorisch unter Druck.

Strengere Regulierung und mehr Transparenz

Die EPA bekräftigte die Einstufung von PFOA und PFOS als gefährliche Stoffe nach dem Superfund-Gesetz CERCLA. Damit können auch Produktions- und Verarbeitungsstandorte in die Haftung genommen werden, wenn es zu Umweltkontaminationen kommt. Zudem wurden wissenschaftsbasierte Grenzwerte im Rahmen der Trinkwasserregulierung weiterentwickelt.

Änderungen an den Meldepflichten nach dem Toxic Substances Control Act sollen laut Behörde die Datenerhebung zu Herstellung, Verwendung und Exposition verbessern und gleichzeitig doppelte Berichtspflichten reduzieren. Für Hersteller und Verarbeiter von Verpackungsmaterialien bedeutet dies eine potenziell präzisere Erfassung von PFAS-Anwendungen entlang der Lieferkette.

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Ausbau von Analytik entlang der Wertschöpfungskette

Parallel investiere die Behörde in neue Testmethoden: Eine neu entwickelte Analysenmethode ermöglicht den Nachweis von 40 PFAS-Verbindungen in verschiedenen Umweltmatrices, darunter Wasser, Boden, Klärschlamm und Fischgewebe. Ergänzend arbeitet die EPA an Verfahren zur Messung von PFAS-Emissionen in die Luft.

Für die Verpackungsindustrie gewinnt damit insbesondere die Frage an Bedeutung, inwieweit PFAS aus Beschichtungen in Recyclingströme, Abwässer oder Böden gelangen können. Die Behörde setzt nach eigenen Angaben sowohl auf zielgerichtete Testverfahren für bekannte Substanzen als auch auf nicht zielgerichtete Analytik, um bislang unbekannte PFAS zu identifizieren.

Die EPA kündigte an, Leitlinien zur Zerstörung und Entsorgung von PFAS künftig jährlich zu aktualisieren. Dies betrifft auch Abfälle aus Produktionsprozessen sowie potenziell PFAS-haltige Verpackungsabfälle. Nach Angaben der Behörde soll die Koordination zwischen Forschung, Regulierung und Vollzug weiter gestärkt werden, um Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu adressieren.

Quelle: EPA