Süßwaren: Geschmack allein reicht nicht mehr

ProSweets Cologne und die internationale Süßwarenmesse ISM zeigen in Köln aktuelle Neuheiten rund um Süßes und Snacks. packaging journal hat sich auf beiden Messen umgesehen.
(Bild: Koelnmesse/ISM)

Schokolade, die so schnell nicht schmilzt, Energieriegel mit Kreatin, Pralinéfüllung in echter Eierschale oder Schokoperlen mit flüssigem Espresso-Martini-Cocktail: Auf der internationalen Süßwarenmesse ISM und der Zuliefermesse ProSweets Cologne gab es wieder viel Neues zu entdecken. Wir haben uns auf beiden Messen umgesehen.

Ob süß oder salzig: Süßwaren und Snacks sind beliebt. Die Bandbreite ist groß und weil es viele individuelle Wünsche gibt, muss die Produktion flexibel und effizient sein. Doch steigender Kosten- und Innovationsdruck, neue Anforderungen an Zutaten, Prozesse und Nachhaltigkeit prägen die Branche zunehmend – lange bevor Produkte im Handel verfügbar sind. Auf der ProSweets Cologne zeigten in diesem Jahr rund 140 Aussteller aktuelle Lösungen für die Produktion und Verpackung von Süßwaren und Snacks, darunter Maschinen- und Anlagenbauer wie Vemag, Rovema, Kremers, Ulma, Seydelmann, Wolf und Selmi.

Rovema hatte beispielsweise seine Schlauchbeutelmaschine BVC 250 Candy mit nach Köln gebracht. Die Maschine arbeitet mit einer Ausbringungsleistung von bis zu 300 Beuteln pro Minute, kann verschiedene Beutelformen herstellen und ist mit unterschiedlichen Packstoffen kompatibel – von Mono- und Verbundmaterialien bis hin zu Papier- und Papierverbundstoffen. Am Messestand wurde ein Verpackungspapier mit Barriere von Mondi zu einem Beutel für Süßwaren verarbeitet, der nach dem Öffnen wie ein Briefumschlag gefaltet und durch einfaches Ineinanderstecken wiederverschlossen wird.

Wiederverschließbar wie ein Briefumschlag: Verpackung für Süßwaren aus Barrierepapier. (Bild: packaging journal)

Ulma Packaging hatte zwei Maschinen speziell für die Anforderungen der Süßwaren-, Snack- und Backwarenindustrie in den Mittelpunkt des Messeauftritts gestellt. Die vertikale Verpackungsmaschine VTC 828R für Snacks, Bonbons, Nüsse und Mini-Gebäck ermöglicht Doystyle-Standbeutel mit Zipper, verarbeitet recyclingfähige Monofolien und kann dank Plus-Cut-Technologie den Materialeinsatz reduzieren. Premiere hatte die FM 400, eine neue Flowpack-Maschine für MAP-Verpackungen. Mit ihrem Long-Dwell-Siegelkopf sorgt sie für absolut dichte Versiegelung bei bis zu 150 Takten pro Minute. Die IP66-Hygienebauweise, das Edelstahlgehäuse sowie geringer Material- und Energieverbrauch machen sie ideal für empfindliche Süßwaren, Backwaren und proteinreiche Snacks.

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Aktuelle Trends auf der ISM

Bei Süßigkeiten und Snacks reicht heute der Geschmack allein nicht mehr aus. Gesund liegt im Trend mit zuckerfreien Produkten, Vitaminen und Ergänzungsstoffen. Aber auch überraschende Texturen und kreative Geschmacksprofile kommen bei den Verbrauchern gut an. So wurde ein Produktidee mit dem New Product Showcase Award ausgezeichnet, die den Trend zu funktionellen Süßwaren gezielt aufgreift. Der neuartige Energieriegel von Candyglam integriert Kreatin in ein alltagstaugliches Süßwarenformat. Der Inhaltsstoff ist bislang aus dem Nahrungsergänzungsbereich bekannt. Das Produkt überrascht auch geschmacklich mit einer Kombination aus natürlicher Banane und 70-prozentiger Zartbitterschokolade. Die Jury lobte den gelungenen Spagat zwischen Funktion und Genuss.

Preisverleihung New Product Showcase Awards. (Bild: Koelnmesse/ISM)

Den zweiten Platz sicherte sich die belgische Chocolaterie Carré mit ihren Schokoladen-Espresso-Martini-Perlen, die nach Ansicht der Jury einen der großen Geschmackstrends 2026 treffen. Das Produkt: Eine edle dunkle Schokoladenperle mit hauchdünner Zuckerkruste, gefüllt mit einem flüssigen Espresso-Martini-Cocktail. 156 eingereichte Produkte von 90 Unternehmen hatten sich um den Preis beworben.

Für Aufsehen sorgte auch die hitzeresistente Schokolade des ukrainischen Herstellers Roshen: Sie soll Form, Textur und Geschmack selbst bei erhöhten Temperaturen behalten. Die dunkle Variante schmilzt nicht bis 50 °C, die Milchschokolade bleibt bis 40 °C stabil. Trotz dieser außergewöhnlichen Hitzestabilität erfüllt das Produkt vollständig die EU- und Codex-Standards für echte Schokolade. Jedes Stück wird als glatte, mundgerechte Schokoladenkugel gefertigt und einzeln verpackt. Das Produkt soll sich sogar in warmen Umgebungen wie dem Autohandschuhfach aufbewahren lassen – etwas, das mit herkömmlicher Schokolade kaum möglich ist.

Schokolade, die nicht so schnell schmilzt. (Bild: packaging journal)

Zu den außergewöhnliche Neuheiten gehörte auch der Music Lolli Pop des chinesischen Herstellers Amos, der beim Lutschen über die Kieferknochen Musik direkt in den Kopf überträgt. In vielen Ländern ist der singende Lolli schon erhältlich, jetzt will das Unternehmen auch den deutschen Markt erobern.

Was noch aufgefallen ist: Zuckerwatte im Becher mit Aluplatine, die der polnischer Hersteller Candyfloss wie einen Lolli am Stab verpackt und damit eine bessere Produktpräsentation im Verkaufsregal verspricht.

(Bild: packaging journal)

Besonders aufwendig verpackt die Münsterländer Manufaktur Gut Springenheide ihre Nougatprodukte in echte Eierschale. Und passend zum NFL Super Bowl kommt eine mit Fruchtgummi und Schokopralinen gefüllte Tasse in Form eines Football-Helms, hergestellt von dem deutschen Unternehmen Windel.

Besonderes Verpackungsdesign: Illustrationen von Vögeln aus den Herkunftsländern des Kakaos. (Bild: packaging journal)

Einfach nur ein schöner Hingucker: Vegane, fair gehandelte Schokolade des französischen Schokoladenherstellers Bennetto Natural Foods in aufwendig gestalteten Verpackungen. Die Motive: Vögel aus den Herkunftsländern des Kakaos, illustriert von Henrietta Harris, die alle Vögel in beste Sonntagsgewänder gekleidet hat.