O-I Glass sieht strukturelles Wachstum bei alkoholfreien Getränken

In diesem Zusammenhang komme der Verpackung eine zentrale Rolle zu.
Bild: Roberto Sorin / Shutterstock.com

O-I Glass sieht im Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke ein nachhaltiges Wachstumspotenzial. Nach Einschätzung des Glasverpackungsherstellers ist der Trend rund um „Dry January“ längst kein kurzfristiger Neujahrseffekt mehr, sondern Ausdruck eines strukturellen Wandels im Konsumverhalten.

Marie-Laure Susset, Global Marketing Director Beer, Non-Alcoholic Beverages and Food bei O-I Glass, beschreibt „Dry January“ als Teil einer breiteren „sober-curious“-Bewegung. Was einst als saisonale Initiative begann, habe sich zu einer ganzjährigen Haltung entwickelt. Fast die Hälfte der US-Erwachsenen habe angegeben, 2025 weniger Alkohol trinken zu wollen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2023.

Weltweit wird für das Segment der alkoholfreien und alkoholreduzierten Getränke ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund acht Prozent bis 2032 erwartet. Damit sei „No-Lo“ („No and Low Alcohol“) längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein dynamisches Wettbewerbsumfeld, in dem Brauereien, Wein- und Spirituosenhersteller sowie Anbieter von RTD- (Ready-to-Drink) und funktionalen Getränken aktiv werden.

Verpackung als strategischer Faktor im No-Lo-Segment

Nach Darstellung von O-I reicht es für Marken nicht aus, lediglich alkoholfreie Varianten einzuführen. Entscheidend sei es, ein „erhöhtes Erlebnis“ zu bieten, das Genuss, Wertigkeit und soziale Anlässe auch ohne Alkohol transportiert. In diesem Zusammenhang komme der Verpackung eine zentrale Rolle zu.

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Glasverpackungen könnten laut Unternehmen mehrere Anforderungen zugleich erfüllen. Sie gelten als geschmacksneutral und nicht-porös, interagieren nicht mit dem Füllgut und werden von vielen Konsumenten mit Reinheit und Sicherheit assoziiert. Darüber hinaus vermittle Glas durch Gewicht, Haptik und Klang ein hochwertiges Nutzungserlebnis, das insbesondere im No-Lo-Bereich zur Positionierung als „erwachsenes“ Getränk beitrage.

Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielten eine wichtige Rolle. Glas sei beliebig oft recycelbar, ohne an Qualität zu verlieren. In einer 2022 durchgeführten Studie mit mehr als 4.000 Konsumenten in 13 europäischen Ländern habe die Mehrheit angegeben, Produkte in Glas gegenüber anderen Materialien zu bevorzugen.

Markenstrategien zwischen Kontinuität und Differenzierung

Für etablierte Bier-, Wein- und Spirituosenmarken ermöglicht Glas laut O-I eine gestalterische Kontinuität bei der Erweiterung bestehender Portfolios um alkoholfreie Varianten. Form, Farbe und Etikettierung könnten an bekannte Markenauftritte anknüpfen und so Vertrauen schaffen.

Gleichzeitig biete Glas auch neuen Marken im Bereich alkoholfreier, funktionaler oder „adult soft drink“-Produkte flexible Designoptionen. In einem Marktumfeld, das stark von PET-Flaschen und Dosen geprägt ist, könne Glas zudem zur Differenzierung beitragen.

O-I bewertet das No-Lo-Segment damit als langfristige strategische Chance – nicht nur im Hinblick auf Produktinnovationen, sondern auch als Impuls für hochwertige und nachhaltige Verpackungslösungen.

Quelle: O-I