PackUK legt Fahrplan vor

Im zweiten Betriebsjahr des Systems will PackUK vor allem die Umsetzung der EPR-Vorgaben stabilisieren.
Bild: Ivan Marc / Shutterstock.com

PackUK hat seinen operativen Plan für 2026 bis 2027 veröffentlicht und konkretisiert damit die Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Verpackungen im Vereinigten Königreich. Der Bericht zeigt, wie Gebühren erhoben, Kosten verteilt und zentrale Instrumente wie die Recyclingbewertung künftig angewendet werden sollen.

Im zweiten Betriebsjahr des Systems will der Systembetreiber vor allem die Umsetzung der EPR-Vorgaben stabilisieren und weiterentwickeln. Bereits im ersten Jahr wurden Zahlungsverpflichtungen gegenüber lokalen Behörden in Höhe von rund 1,44 Milliarden Pfund prognostiziert. Gleichzeitig zeigten nachträgliche Datenkorrekturen von Herstellern die Bedeutung belastbarer Datengrundlagen für die Gebührenberechnung.

Gebührenmodell mit Fokus auf Recyclingfähigkeit

Für das Jahr 2026/27 rechnet PackUK mit Entsorgungskosten für Verpackungsabfälle in Höhe von rund 1,47 Milliarden Pfund. Einschließlich Verwaltungs- und weiterer Kosten ergibt sich ein Gesamtvolumen von etwa 1,56 Milliarden Pfund, das über Herstellergebühren gedeckt werden soll.

Erstmals sollen die Gebühren stärker nach der Recyclingfähigkeit von Verpackungen differenziert werden. Grundlage ist die sogenannte Recyclability Assessment Methodology, mit der Verpackungen in unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden. Diese Einteilung wirkt sich direkt auf die Höhe der zu zahlenden Gebühren aus.

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PackUK will zudem gemeinsam mit den Umweltbehörden die Qualität der gemeldeten Daten weiter verbessern, um die Berechnungen zu stabilisieren und nachträgliche Anpassungen zu reduzieren.

Neue Struktur für Steuerung und Zusammenarbeit

Parallel zur Weiterentwicklung des Gebührenmodells baut PackUK seine Governance-Struktur aus. Geplant ist ein übergreifendes Steuerungssystem für alle vier Landesteile des Vereinigten Königreichs, ergänzt durch mehrere beratende Gremien entlang der Verpackungswertschöpfungskette.

Zudem soll eine Producer Responsibility Organisation eingesetzt werden, die künftig operative Aufgaben übernimmt, etwa im Bereich Kommunikation oder bei der Weiterentwicklung von Bewertungsmethoden. Die Ernennung dieser Organisation war für März 2026 vorgesehen.

Digitale Prozesse und feste Zeitpunkte für Neuberechnungen

Ein zentrales Element des Systems ist eine digitale Plattform, über die Hersteller ihre Daten melden, Gebühren berechnet und Zahlungen abgewickelt werden. Ziel ist eine einheitliche und fehlerarme Verarbeitung der Informationen.

Um die Planbarkeit zu erhöhen, will PackUK den Umgang mit nachträglichen Datenänderungen stärker regeln. Neue Daten von Kommunen sollen nach dem 1. Mai 2026 grundsätzlich nicht mehr in die Berechnungen für das laufende Jahr einfließen. Für Hersteller sind zudem feste Zeitpunkte für Neuberechnungen der Gebühren vorgesehen.

Mit dem operativen Plan konkretisiert PackUK zentrale Elemente des britischen EPR-Systems und schafft die Grundlage für die weitere Umsetzung im zweiten Betriebsjahr.

Quelle: PackUK