Smart Packaging von der Konzeption bis zum Recycling

Multivac versteht Smart Packaging als einen durchgängigen Lifecycle-Ansatz – von der ersten Designentscheidung bis zum Recyclingpunkt.
Mehr Transparenz für Konsumenten, einfacheres Bestandsmanagement für den Handel, Rückverfolgbarkeit für Hersteller und optimiertes Recycling der Verpackung – dies alles ermöglicht ein digitaler Produktpass (alle Bilder: Multivac)

Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, ihre Verpackungsentscheidungen rein kosten- oder prozessgetrieben zu betrachten. Heutzutage müssen sie dabei vielerlei Auswirkungen auf die Recyclingfähigkeit, Klimabilanz, Lieferkettentransparenz und den Marktzugang eines Produkts berücksichtigen. Gefragt sind Lösungen, die wachsenden ökologischen, technologischen und digitalen Ansprüchen gerecht werden – und das über den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung hinweg.

Smart Packaging ist der strategische Ansatz für diese komplexen Anforderungen: Verpackungen werden von Anfang an so konzipiert, dass sie den Produktschutz sicherstellen, ressourceneffizient und regulatorisch einwandfrei sind und am Ende ihres Lebenszyklus recycelt werden können.

Smart Packaging als ganzheitlicher Lifecycle-Ansatz

Multivac, innovativer Lösungsanbieter für die Verarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln, versteht Smart Packaging, eines seiner Fokusthemen auf der interpack 2026 (Halle 5, Stand A23), als einen durchgängigen Lifecycle-Ansatz – von der ersten Designentscheidung bis zum Recyclingpunkt. Im Zentrum der Innovationen und Beratungsleistungen steht immer die Frage, wie Verpackungssysteme so entwickelt werden können, dass sie ökologische Verantwortung, industrielle Effizienz und digitale Transparenz vereinen. Das Unternehmen bringt dafür globale Expertise aus Produkt-, Material- und Maschinentechnologie zusammen: Durch die enge Zusammenarbeit mit Rohstoff- und Verpackungsmaterialherstellern, Institutionen und internationalen Partnern fließen Markt- und Konsumententrends ebenso wie aktuelle Regularien und Entwicklungen im End-of-Life-Bereich mit ein. Somit kann Multivac seine Kunden ganzheitlich beraten und bei der Konzipierung und Umsetzung der dafür notwendigen Verpackungsanlagen unterstützen – alles aus einer Hand.

„Im Fokus unseres Smart-Packaging-Ansatzes steht die Kreislaufwirtschaft: Dabei sind der Einsatz recyclingfähiger Packstoffe und ein darauf abgestimmtes Verpackungsdesign entscheidend, um Wertstoffkreisläufe zu schließen. Ein weiteres Element ist die konsequente Materialreduktion. Durch optimiertes Packungsdesign, die Reduzierung der Folienstärke sowie innovative Form- und Maschinentechnologien lässt sich der Rohstoffeinsatz signifikant reduzieren – ohne Kompromisse bei Produktschutz, Prozessstabilität oder Linienleistung einzugehen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch digitale Features wie den digitalen Produktpass, der auch Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachvollziehbar macht.“

Anzeige

Marina Schedel, Project Manager im Innovation Center von Multivac

Beratung ersetzt spätere Korrekturen

Für Smart Packaging müssen die Weichen früh gestellt werden. Bei Multivac beginnt die Kundenberatung daher mit einer umfassenden Verpackungsberatung – nicht als ergänzende Dienstleistung, sondern als integraler Bestandteil des Entwicklungsprozesses. „Ausgangspunkt sind stets die Anforderungen des Kunden und des Produkts sowie aktuelle Markt-, Konsumenten und Regulierungstrends“, erklärt Marina Schedel. „Dazu zählen unter anderem regulatorische Vorgaben aus der PPWR, individuelle Retailer-Styleguides oder spezifische Nachhaltigkeitsziele wie Recyclingfähigkeit und CO₂-Reduktion. Ziel ist es, ein belastbares Verpackungskonzept zu schaffen, das sich bestmöglich in den Wertstoffkreislauf integrieren lässt. Darauf aufbauend entwickeln wir im zweiten Schritt gemeinsam mit dem Kunden eine individuelle Verpackungslösung.“

Als Nächstes folgen die Umsetzung als Musterpackung und das Testen unter Praxisbedingungen. Aspekte wie technische Machbarkeit, Produktschutz, Funktionalität, Optik und Maschinengängigkeit werden hier überprüft. Dieser Schritt macht frühzeitig sichtbar, ob Design, Material und Technologie tatsächlich zusammenpassen.

„Die Bedeutung dieser Konzeptionsphase kann nicht genug betont werden, denn die erste Designentscheidung beeinflusst den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung. Fehler oder Vereinfachungen in frühen Entwicklungsphasen – etwa der Verzicht auf fundierte Markt- und Nachhaltigkeitsanalysen – führen in einer zunehmend komplexen Verpackungswelt häufig zu höheren Folgekosten, Zeitverlusten und aufwendigen Nachbesserungen“, erläutert Marina Schedel. Praxisbeispiele zeigen, welches Potenzial eine frühzeitige Beratung entfalten kann: Die Umstellung von Trays auf flexible Tiefziehverpackungen oder von Hartschalen auf Faltpackungen ermöglicht Materialeinsparungen von teils über 80 Prozent, ohne Einbußen bei Produktschutz oder Präsentation am PoS.

Verpackungslösungen im Kreislauf denken

Ist die Verpackung konzipiert, stellt sich die zentrale Frage: Wie lässt sie sich möglichst effizient und kreislauffähig umsetzen? Die größte Herausforderung liegt darin, Nachhaltigkeit, Produktschutz, Kosten und Design in einem Konzept zu vereinen. Die Umstellung auf nachhaltige Materialien – insbesondere recyclingfähige Monomaterialien oder dünnere Folien – bringt eigene Herausforderungen mit sich, wie Marina Schedel erklärt: „Je nach Materialtyp müssen Formgebung, Siegelung oder Schneidprozesse für die Verpackung angepasst werden, ohne dass Barriereeigenschaften, Optik und Haptik darunter leiden.“

Multivac bietet mit seinen Maschinen ein breites Portfolio an Lösungen, um diese Herausforderungen ganzheitlich und kundenindividuell zu adressieren. Durch ein optimiertes Packungsdesign, beispielsweise eine angepasste Formgebung an Ecken und Verpackungsboden, lässt sich die gleiche Standfestigkeit und Funktionalität wie bei dickeren Materialien erzielen. Zusätzlich können zum Beispiel stabilisierende Rippenstrukturen den Materialeinsatz erheblich reduzieren. Down Gauging – also die Reduktion der Folienstärke bei gleichbleibender Packungsstabilität – ermöglicht es, die minimal erforderliche Materialstärke zu finden, die dennoch alle Leistungsanforderungen erfüllt.

Innovative Form- und Heiztechnologien verstärken diesen Effekt weiter: „Mithilfe des neuen pixelHEAT-Matrix-Heizsystems lassen sich Tiefziehverpackungen mit bis zu 50 Prozent weniger Material bei gleichzeitig niedrigerem Energieverbrauch sowie deutlich kürzeren Aufheizzeiten herstellen. Ergänzend sorgt das digital und präzise steuerbare Kontursiegelsystem pixelSEAL für hoch präzise, dichte und überwachte Siegelnähte – selbst bei recyclingfähigen Folien“, so Marina Schedel.

Ein weiterer Ansatz ist das Formen von Tiefziehverpackungen mit Stempelunterstützung, das die Produktion komplexer, tiefer Packungsformen bei gleichzeitiger Reduktion der Folienstärke erlaubt. Durch eine gleichmäßigere Foliendickenverteilung, vor allem in den Ecken, wird das Material effizient genutzt. Auch die Reduktion von Randstreifen und den Stegen zwischen den Verpackungen bietet Einsparpotenzial. „Auf den ersten Blick mag eine Ersparnis von ein bis zwei Millimetern an diesen Stellen gering erscheinen, doch hochgerechnet auf industrielle Produktionsmengen summiert sich das zu einer erheblichen Material- und CO₂-Einsparung“, erklärt Marina Schedel.

Digitale Rückverfolgbarkeit entlang der Supply Chain

Ist die smart konzipierte Verpackung einmal im Umlauf, verschiebt sich der Fokus von Material- und Prozessoptimierung hin zu digitaler Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Mithilfe des Digital Product Passports (DPP) nach GS1-Standard lassen sich Produkt, Packstoff und Prozessdaten erfassen und jeder Packung oder Charge zuordnen. Ein individueller QR-Code mit GS1 Digital Link wird auf der Verpackung aufgebracht, wodurch beliebige Zusatzinformationen mitgegeben werden können – von Produktherkunft und Verarbeitungsschritten bis hin zu Zubereitungstipps für Verbraucher. Einzelne Packungen können genau ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum zugeordnet werden, wodurch das Bestandsmanagement erleichtert und Lebensmittelverluste reduziert werden. Produzenten erhalten so Informationen zum Verbleib bestimmter Chargen, Recyclingunternehmen wiederum Details zur Materialzusammensetzung und Recycelbarkeit der Packungen. Parallel dazu kann der Carbon Footprint der Verpackung ermittelt werden. Dabei werden Materialeinsatz, Verarbeitungsschritte, Transportwege und Entsorgungswege in CO₂-Äquivalente umgerechnet.

Multivac unterstützt Kunden bei diesen Schritten durch Beratung und standardisierte Track-and-Trace-Lösungen. Moderne Identifikationstechnologien gewährleisten die sichere Kennzeichnung jeder Packung. Die Informationen können entweder auf Chargen- oder auf Einzelpackungsebene  angezeigt werden. Sie können sowohl lokal auf der Linie gespeichert als auch über offene Schnittstellen an kundenindividuelle Systeme gesendet werden. Nur mit einer solchen digitalen Transparenz lässt sich sicherstellen, dass der Smart-Packaging-Ansatz seine geplante Wirkung entfaltet.

Fazit: Smart Packaging als geschlossener Ansatz

Smart Packaging entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch die enge Verzahnung von Beratung, Materialkonzeption, Maschinentechnik und digitaler Transparenz. Nur so können Synergien entstehen, die weit über die Summe der Einzelteile hinausgehen. „Indem potenzielle Fehlerquellen früh erkannt und schneller angepasst werden können, steigen die Effizienz und Produktsicherheit. Zudem bleibt die Produktqualität konstant und lässt sich über Charge und Linie hinweg zuverlässig reproduzieren“, resümiert Marina Schedel. „Darüber hinaus eröffnet dieser Smart-Packaging-Ansatz finanzielle Einsparpotenziale: Ausschuss, Stillstandzeiten sowie Energie- und Materialverbrauch lassen sich durch datenbasierte Entscheidungen und gezielte Prozessoptimierung reduzieren. Dies wirkt sich nicht nur ökonomisch aus, sondern stärkt auch die Nachhaltigkeit entlang des gesamten Lifecycles.“

Nicht zuletzt schafft dieser integrierte Ansatz in enger Zusammenarbeit mit Verpackungsexperten wie Multivac Innovationsvorsprung und Vertrauen: Kunden profitieren vom einzigartigen globalen Netzwerk aus lokalen Innovation Centern und einem ganzheitlichen Know-how- und Technologieangebot, das neue Verpackungsmöglichkeiten ermöglicht. Smart Packaging wird so zu einem strategischen Instrument, das Prozesse, Qualität, Kostenoptimierung und Nachhaltigkeit gleichermaßen voranbringt.