Digitales Mehrweg-Pfandsystem unter Festivalbedingungen erfolgreich
(Bild: Jannik Hammes)
Auf Festivals schien Einweg alternativlos: hoher Durchsatz, Zeitdruck, tausende Nutzer. Beim Fairground Festival in Hannover wurde mit „Throw’n’Go“ erstmals ein vollständig digitales Mehrweg-Pfandsystem von Tomra Reuse eingesetzt.
Rund 20.000 Gäste machten den Einsatz zum realen Stresstest unter Hochlastbedingungen. Das „Throw’n’Go“-System bildet den Kauf und die Rückgabe von Getränkebechern vollständig digital ab. Dazu zählten wiederverwendbare Becher mit integrierter RFID-Chip-Identifikation, 100 digitale Bar-Anbindungen (Tomra Bar Plates) zur automatischen Pfanderhebung sowie 15 Rückgabestationen, die über das Festivalgelände verteilt waren.
Pro Becher wurde ein Pfand von zwei Euro erhoben. Das Pfand war direkt mit den beim Festival ausgegebenen Einlassarmbändern verknüpft. Bezahlung und Pfandrückerstattung erfolgten vollautomatisch und digital.
Alternativ konnten Gäste eine Bestell-App nutzen, um Getränke zu bezahlen und das Pfand für die Becher zurückzuerhalten. Gemeinsam ist beiden Lösungen, dass ein Pfandbetrug ausgeschlossen werden kann. Die Becher haben nur dann einen Wert, wenn zuvor das Pfand gezahlt wurde.
(Bild: Jannik Hammes)
Throw’n’Go in der Praxis
Für die Rückgabe war kein Sortieren oder Anstehen nötig: Die genutzten Becher wurden einfach in die Tomra Rückgabestationen eingeworfen, das Pfand unmittelbar als Guthaben zurück auf die Einlassbändchen zurück transferiert. Das Ergebnis zeigte sich direkt im laufenden Betrieb: saubere Hallen, kürzere Warteschlangen, ein flüssigerer Getränkeservice an den Bars und insgesamt weniger Abfall. Gleichzeitig erhielten die Veranstalter einen zentralen Überblick über Becherumläufe, Pfandprozesse und Rückgaben in Echtzeit und über den gesamten Festivalzeitraum hinweg.
(Bild: Jannik Hammes)
"Veranstalter stehen beim Thema Mehrweg vor der Herausforderung, Nachhaltigkeitsanforderungen mit einem reibungslosen Eventbetrieb zu verbinden. Der Einsatz beim Fairground Festival zeigt, welches Potenzial in digitalen Pfandsystemen steckt. Mehrweg entfaltet seinen Nutzen erst dann, wenn Systeme unter realen Bedingungen funktionieren: bei Zeitdruck, hohem Durchsatz und vielen Nutzerinnen und Nutzern. Genau diese skalierbaren Ansätze treiben wir aktuell auch in europäischen Pilotstädten voran – von Aarhus über Berlin bis hin zu Lissabon als erster Hauptstadt mit einem solchen Mehrwegsystem.“
Sven Hennebach, Senior Manager Tomra Reuse.
Tomra Reuse ist europaweit aktiv und hat bereits Mehrwegsysteme bei anderen Veranstaltungen umgesetzt – darunter beim Øya Festival und in der Intility Arena in Oslo. In Deutschland ist Tomra Reuse zudem mit einem Pilotprojekt in Berlin vertreten. Ergänzend betreibt das Unternehmen stadtweite Mehrwegsysteme in Städten wie Aarhus (Dänemark) und Lissabon (Portugal).