Eine neue Untersuchung der kalifornischen Umweltbehörde CalRecycle zeigt, dass viele Verbraucher zwar regelmäßig recyceln, jedoch häufig unsicher sind, wie Verpackungen korrekt sortiert werden müssen. Die Analyse basiert auf einer Befragung von 2.297 Erwachsenen in Kalifornien und soll die Umsetzung des erweiterten Herstellerverantwortungssystems für Verpackungen unterstützen.
Die Studie ist Teil der Vorbereitung auf das Gesetz „Plastic Pollution Prevention and Packaging Producer Responsibility Act“, das ein EPR-System für Einwegverpackungen und Einweg-Food-Service-Artikel in Kalifornien einführt. Ziel der Untersuchung ist es, Wissensstand, Recyclingverhalten und Zugang zu Sammelsystemen zu analysieren und daraus Maßnahmen für Verbraucherinformation und Infrastruktur abzuleiten.
Hohe Recyclingbereitschaft, aber Unsicherheiten bei der Sortierung
Laut der Erhebung geben 95 % der Befragten an, regelmäßig zu recyceln. Gleichzeitig bestehen jedoch erhebliche Wissenslücken darüber, wie Verpackungen richtig vorbereitet und sortiert werden müssen. Viele Teilnehmer sind unsicher, wie Materialien vor dem Einwurf in die Recyclingtonne aufzubereiten sind oder wie Recycling-Symbole und Kunststoffcodes auf Verpackungen zu interpretieren sind.
Auch bei bestimmten Verpackungsarten zeigt sich eine fehlerhafte Zuordnung. Beispielsweise landen Getränkekartons oder ähnliche Verbundverpackungen deutlich seltener korrekt im Recyclingstrom.
Zugang zur Sammelinfrastruktur entscheidender Faktor
Neben Informationsdefiziten spielt auch die Infrastruktur eine wichtige Rolle. Laut Studie verfügen 77 % der Befragten über eigene Müll-, Recycling- oder Biomüllbehälter, während rund ein Fünftel die Tonnen mit anderen Haushalten teilen muss. Drei Prozent geben an, überhaupt keinen Zugang zu solchen Behältern zu haben.
Besonders Haushalte in Mehrfamilienhäusern sind laut Analyse häufiger von eingeschränktem Zugang betroffen und teilen sich Recyclingbehälter deutlich häufiger als Bewohner von Einfamilienhäusern.
Interesse an weniger Einwegverpackungen vorhanden
Die Studie zeigt zudem eine breite Beteiligung an Maßnahmen zur Reduzierung von Verpackungsabfällen. So kaufen 74 % der Befragten gelegentlich Produkte in Großpackungen, während 67 % gezielt Produkte mit minimaler oder ohne Kunststoffverpackung wählen. Weitere Maßnahmen sind der Kauf konzentrierter Produkte oder die Nutzung von Nachfüllsystemen.
Als wichtigste Gründe für solche Entscheidungen nennen Verbraucher Umweltaspekte, weniger Verpackungsabfall sowie niedrigere Kosten.
Bedeutung für das neue Verpackungs-EPR-System
Die Ergebnisse sollen laut CalRecycle helfen, Informationskampagnen und Infrastruktur im Zuge des neuen EPR-Systems für Verpackungen gezielter auszubauen. Besonders bei Verbraucherinformation, Zugang zu Sammelsystemen und der Vermeidung von Fehlwürfen sehen die Autoren Handlungsbedarf.
Quelle: CalRecycle







