Mit dem Start des nationalen Pfand- und Rücknahmesystems Volta für Einweg-Getränkeverpackungen gilt seit dem 10. April 2026 in Portugal und damit auch auf den Azoren eine neue Regelung für die Rückgabe bestimmter Getränkeverpackungen.
Das nationale System erfasst nicht-wiederverwendbare Primärverpackungen für Getränke mit einem Fassungsvermögen von weniger als drei Litern aus Kunststoff, Metall und Aluminium. Dazu zählen unter anderem Wasser, Säfte und Nektare, Erfrischungsgetränke, Energy-Drinks, Bier und Cider. Für jede betroffene Verpackung wird beim Kauf ein Pfand von 0,10 Euro erhoben, das bei Rückgabe an autorisierten Sammelstellen erstattet wird.
Nicht vom System erfasst sind Verpackungen ohne Volta-Kennzeichnung, darunter Getränkekartons wie Tetra Pak, Glasverpackungen sowie Getränke mit einem Milchanteil von mehr als 25 Prozent. Während der Übergangsphase bis zum 9. August 2026 dürfen ausschließlich Verpackungen mit Volta-Symbol und gültigem Barcode über das System zurückgegeben werden. Nicht gekennzeichnete Verpackungen können zwar weiter im Markt verbleiben, dürfen in diesem Zeitraum aber nicht mit Pfand belegt werden und sind über die üblichen Recyclingsysteme zu entsorgen.
Rücknahme wird für Teile des Handels verpflichtend
Für Verkaufsstellen gelten je nach Größe unterschiedliche Rücknahmepflichten. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern müssen alle vom System erfassten Verpackungen annehmen. Verkaufsstellen mit mehr als 50 und weniger als 400 Quadratmetern müssen mindestens jene Verpackungen zurücknehmen, die sie selbst verkaufen, vorbehaltlich gesetzlicher Ausnahmen.
Auch der Horeca-Sektor, also Cafés, Restaurants, Bars und ähnliche Betriebe, ist in das System eingebunden. Diese Betriebe müssen das Pfand berechnen, auf der Rechnung ausweisen und bei Rückgabe der Verpackung erstatten. Dabei sind sie allerdings nur zur Rücknahme jener Verpackungen verpflichtet, die sie selbst verkauft haben. In Fällen, in denen Gäste erst am Ende der Mahlzeit bezahlen, wird laut den Informationen der Regionalregierung kein Pfand erhoben, weil die Verpackung im Betrieb verbleibt und von diesem zurückgeführt wird. Bei Vorauszahlung trägt hingegen der Kunde die Verantwortung für die Rückgabe.
Registrierung und Logistik auf den Azoren laufen an
Betriebe, die Getränke in den betroffenen Verpackungen verkaufen, müssen sich bei SDR Portugal – Packaging Association registrieren. Die Registrierung erfolgt über die Online-Plattform des Systems. Dort finden sich nach Angaben der Regionalregierung auch Informationen zum Ablauf, zu Informationsveranstaltungen und zu häufigen Fragen.
Auf den Azoren wurde das System seit Oktober 2025 mit Kammern, Kommunen und weiteren Einrichtungen vorbereitet. Für die regionale Erfassung und Behandlung der Verpackungen wurden mehrere Partner eingebunden.
Nach Angaben der Regionalregierung sind bereits 71 Sammelstellen registriert.
Ziel ist höhere Sammelquote für Getränkeverpackungen
Die zurückgegebenen Verpackungen werden in Zähl- und Sortierzentren erfasst und anschließend zu lebensmitteltauglichen Sekundärrohstoffen verarbeitet. Diese Materialien sollen danach wieder für neue Verpackungen eingesetzt werden. Das System ist Teil der portugiesischen Abfall- und Kreislaufwirtschaftspolitik und orientiert sich an europäischen Vorgaben zur getrennten Sammlung von Verpackungen und zum Rezyklateinsatz.
Ab dem 10. August 2026 müssen dann alle entsprechenden Einweg-Getränkeverpackungen unter drei Litern aus Kunststoff, Eisenmetallen und Aluminium, die in Verkehr gebracht werden, in das System einbezogen sein und das Volta-Symbol tragen. Für die Azoren sieht die Regionalregierung darin einen weiteren Schritt zu einer stärker kreislauforientierten Bewirtschaftung von Verpackungen und Ressourcen.
Quelle: Presidência do Governo dos Açores







