Sparxell skaliert pflanzenbasierte Strukturfarben

Für die Verpackungsindustrie könnte der Ansatz insbesondere im Bereich Druckfarben relevant sein.
Bild: Raiha Chowdhury / Shutterstock.com

Das britische Material-Start-up Sparxell hat eine Pre-Series-A-Finanzierungsrunde über 5 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mit dem Kapital will das Unternehmen die industrielle Skalierung seiner pflanzenbasierten Strukturfarben-Technologie vorantreiben, die insbesondere für Verpackungen eine Alternative zu konventionellen, synthetischen Farb- und Drucksystemen bieten soll.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Swen Capital Partners aus Paris über den Blue Ocean 2 Fund, der vom Europäischen Investitionsfonds unterstützt wird. Weitere Investoren sind Alpha Star Capital sowie Cambridge Enterprise, das als Frühphaseninvestor erneut Kapital bereitstellt. Ziel der Runde ist es nach Angaben des Unternehmens, den Übergang von Pilotprojekten zur industriellen Produktion zu beschleunigen.

Sparxell ist ein Spin-off der University of Cambridge und hat seine Technologie am Yusuf Hamied Department of Chemistry entwickelt. Die Farbgebung basiert auf pflanzenbasierter Cellulose und physikalischen Mikrostrukturen, die Licht reflektieren, anstatt Farbe durch chemische Pigmente zu erzeugen. Dadurch kommen weder synthetische Farbstoffe noch Schwermetalle oder mineralische Pigmente zum Einsatz.

Relevanz für Verpackungen und Druckfarben

Für die Verpackungsindustrie könnte der Ansatz insbesondere im Bereich Druckfarben und dekorativer Beschichtungen relevant sein. Konventionelle Verpackungsfarben enthalten häufig petrochemische Bestandteile, problematische Additive oder mineralische Pigmente, die Recyclingprozesse erschweren und regulatorisch zunehmend unter Druck geraten, heißt es. Nach Angaben von Sparxell soll die strukturfarbbasierte Technologie helfen, diese Stoffe zu vermeiden und Umweltbelastungen bereits an der Quelle zu reduzieren.

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Da die Farbe rein strukturell erzeugt wird, könnten sich zudem Vorteile entlang des Lebenszyklus ergeben, etwa bei der Wiederverwertbarkeit von Verpackungsmaterialien oder bei der Reduktion von Mikroplastikemissionen. Das Unternehmen sieht seine Lösung als Baustein für kreislauffähige Verpackungskonzepte auf Basis nachwachsender Rohstoffe.

Skalierung und Markteinführung

Mit dem neuen Kapital plant Sparxell, Produktionskapazitäten im industriellen Maßstab aufzubauen und erste Märkte weiter zu erschließen. Der Markteintritt erfolge zunächst in den Bereichen Mode und Kosmetik, perspektivisch sollen jedoch auch Anwendungen in Farben, Beschichtungen und Verpackungen folgen. Gerade für Marken mit ambitionierten Nachhaltigkeitszielen könnten strukturelle, biobasierte Farben eine Möglichkeit darstellen, den Einsatz kritischer Chemikalien in Verpackungen zu reduzieren, wie es heißt.

Im Jahr 2025 hatte Sparxell bereits eine Förderung in Höhe von 1,9 Millionen Euro vom European Innovation Council erhalten und erste kommerzielle Anwendungen gestartet. Dazu zählen Kooperationen im Textilbereich sowie die Einführung Oekotex-zertifizierter Farben. Unterstützt wird das Unternehmen zudem von verschiedenen Innovations- und Nachhaltigkeitsinitiativen aus Industrie und Forschung.

Quelle: Sparxell