BfG warnt vor Frischeverlust durch PPWR-Vorgaben

Nach Einschätzung der Gemüseanbauer könnten fehlende Ausnahmeregelungen zu geringerer Haltbarkeit, Frischeverlust und steigender Lebensmittelverschwendung führen.
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Der Vorstand der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat in Berlin vor den Folgen eines drohenden Verbots von Kunststoffverpackungen ab 2030 gewarnt. Hintergrund sind die geplanten Vorgaben der europäischen Verpackungsverordnung PPWR. Nach Einschätzung der Gemüseanbauer könnten fehlende Ausnahmeregelungen zu geringerer Haltbarkeit, Frischeverlust und steigender Lebensmittelverschwendung führen.

Dass Verpackungsmüll reduziert werden müsse, stelle aus Sicht der Branche grundsätzlich niemand infrage. Gleichzeitig verweist die BfG darauf, dass Schutzfolien für Frischgemüse nur einen vergleichsweise geringen Anteil am gesamten Verpackungsaufkommen hätten und wichtige Funktionen erfüllten.

Schutzfunktion von Mono-Kunststoff-Folien

„Doch die Schutzfolien für Frischgemüse machen nur einen Bruchteil des Verpackungsmülls aus und haben sinnvolle Funktionen“, betonte Prof. Claus Bull von der Berliner Hochschule für Technik. „Schutz vor Schäden, Erhalt der Frische und längere Haltbarkeit sowie als Informationsquelle sind hier zu nennen. Eine Mono-Kunststoff-Folie sei bei vielen Produkten im Gemüsebau absolut notwendig, um die Frische zu erhalten und den Anforderungen der gesamten Lieferkette standzuhalten“, führt Bull anhand seiner Untersuchungen aus.

Nach Darstellung der BfG seien insbesondere empfindliche Gemüsekulturen auf funktionale Kunststofflösungen angewiesen, um Qualitätseinbußen entlang der Wertschöpfungskette zu vermeiden. Ein generelles Verbot ohne differenzierte Betrachtung einzelner Produktgruppen berge daher das Risiko steigender Verluste.

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Forderung nach Ausnahmeregelungen

Die Bundesfachgruppe kündigte an, das Thema gemeinsam mit den Dachverbänden sowie dem Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) weiter zu verfolgen. Ziel sei es, notwendige Ausnahmemöglichkeiten für betroffene Gemüsekulturen im Rahmen der PPWR zu erreichen.

Quelle: Zentralverband Gartenbau