Lieferkettenrisiken treiben Kosten für Verpackungsdruckfarben

Die European Printing Ink Association (EuPIA) warnt angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten vor steigenden Kosten.
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Die European Printing Ink Association (EuPIA) warnt angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten vor steigenden Kosten und zunehmenden Lieferkettenproblemen für die europäische Druckfarbenindustrie – mit direkten Auswirkungen auf Verpackungsanwendungen.

Die Branche beobachtet insbesondere Störungen zentraler Transportwege sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise, die sich auf die Herstellung von Druckfarben für Verpackungen auswirken.

Bereits jetzt führen Umleitungen im Schiffsverkehr, etwa durch den Suezkanal-Ausfall und die verstärkte Nutzung der Route um das Kap der Guten Hoffnung, zu verlängerten Transportzeiten für chemische Rohstoffe um etwa 10 bis 14 Tage. Gleichzeitig steigen Frachtkosten und Versicherungsprämien deutlich an, während auch Luftfracht durch eingeschränkte Lufträume teurer und unzuverlässiger wird.

Steigende Rohstoffpreise belasten Verpackungsdruck

Ein zentraler Kostentreiber sind die hohen Ölpreise. Laut EuPIA treiben Brent-Notierungen von über 100 US-Dollar pro Barrel die Preise für petrochemische Vorprodukte wie Lösungsmittel, Bindemittel, Harze und Additive nach oben. Diese Stoffe sind essenziell für Druckfarben, die insbesondere in der Verpackungsindustrie eingesetzt werden.

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Auch die energieintensive Produktion gerät unter Druck, da steigende Gas- und Stromkosten die Herstellung zusätzlich verteuern. Für Verpackungshersteller bedeutet dies potenziell höhere Materialkosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Branche setzt auf Resilienz und alternative Materialien

EuPIA betont, dass die Branche verstärkt auf resilientere Lieferketten und nachhaltigere Rohstoffe setzt, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Gleichzeitig bleibt die Situation dynamisch, da geopolitische Entwicklungen weiterhin direkten Einfluss auf Verfügbarkeit und Preise nehmen.

Die Druckfarbenindustrie ist eng mit der Verpackungsbranche verflochten, da nahezu alle bedruckten Verpackungen – von Lebensmitteln bis Konsumgütern – auf stabile Materialströme angewiesen sind. Anhaltende Störungen könnten daher mittelfristig auch die Verfügbarkeit und Kosten von Verpackungen in Europa beeinflussen.

Quelle: EuPIA