Die Verpackungsindustrie steht im Jahr 2025 vor einer komplexen Gemengelage aus stabilen Erträgen und wachsender Unsicherheit. Die aktuelle Branchenumfrage des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackungen (IPV) zeigt, dass die Unternehmen trotz einer stabilen Ertragslage mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Eine schwache Konjunktur, steigende Kosten und eine dichte Regelungslandschaft beeinflussen die Investitions- und Geschäftserwartungen erheblich.
Die Ertragslage der Unternehmen hat sich im Jahr 2025 als robust erwiesen. Rund 50 Prozent der befragten Unternehmen erzielten eine Rendite von mehr als zwei Prozent. Dennoch verzeichneten 20 Prozent der Unternehmen eine Rendite unter 0,5 Prozent, was auf die heterogene Entwicklung innerhalb der Branche hinweist. Der Umsatz entwickelte sich uneinheitlich: Während 40 Prozent der Unternehmen einen Rückgang meldeten, konnten 30 Prozent einen Anstieg von mehr als zwei Prozent verzeichnen. Steigende Rohstoff- und Produktionskosten haben die Umsatzentwicklung bei 70 Prozent der Unternehmen spürbar beeinflusst.
Herausforderungen durch Regulierungen
Ein zentrales Thema der Umfrage ist die Belastung durch bürokratische Anforderungen und Regulierungen. IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger kritisiert die ausufernde Dokumentations- und Nachweispflicht, die die Unternehmen zunehmend belastet. Die europäische Regulierungsflut, insbesondere die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), wird von den Unternehmen kritisch gesehen. Diese Regelungen führen zu einem erhöhten administrativen Aufwand, der als wenig wirtschaftsfreundlich wahrgenommen wird.
Beschäftigung und Fachkräftemangel
Die Beschäftigungssituation in der Verpackungsindustrie zeigt ein gemischtes Bild. Während 40 Prozent der Unternehmen einen Rückgang der Mitarbeiterzahl meldeten, konnten 30 Prozent ihre Belegschaft stabil halten oder sogar ausbauen. Der Fachkräftemangel hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas entspannt, bleibt jedoch eine Herausforderung. Nur die Hälfte der Unternehmen konnte alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen, was auf fehlende oder ungeeignete Bewerbungen zurückzuführen ist.
Investitionen und Geschäftserwartungen
Die Investitionstätigkeit der Unternehmen war im Jahr 2025 unterschiedlich. Während 40 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen erhöhten, reduzierten 20 Prozent diese. Für das Jahr 2026 planen viele Unternehmen vorsichtiger, wobei 50 Prozent von sinkenden Investitionen ausgehen. IPV-Vorstandssprecher Jens Vonderheid betont die Bedeutung stabiler politischer Rahmenbedingungen für Investitionsentscheidungen. Die Geschäftserwartungen für 2026 bleiben gedämpft, da 40 Prozent der Unternehmen eine schlechtere Entwicklung als im Vorjahr erwarten. Hoher Wettbewerbsdruck, steigende Energie- und Standortkosten sowie weltpolitische Entwicklungen werden als Risiken wahrgenommen.
Quelle: IPV Industrieverband Papier- und Folienverpackung







