Die Jokey Group und Remondis starten eine gezielte Sammlung von Polypropylen (PP)-Lebensmittelverpackungen als Pilotprojekt im Ruhrgebiet. Ziel ist es, die gesammelten Kunststoffverpackungen aus dem gewerblichen Lebensmittelbereich hochwertig zu recyceln und das daraus gewonnene Rezyklat erneut für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt einzusetzen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die gezielte Sammlung von PP-Eimern, die in Großküchen und bei Lebensmittelherstellern zum Einsatz kommen. Diese Kunststoffverpackungen, die häufig für Molkereiprodukte oder Saucen genutzt werden, bieten durch ihre Monomaterialstruktur aus Polypropylen ideale Voraussetzungen für ein qualitativ hochwertiges Recycling. Die Rückführung dieser Verpackungen ermöglicht den Aufbau definierter und kontrollierter Inputströme, die für ein Recycling auf Lebensmittelkontakt-Niveau essenziell sind.
Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette
Die Remondis-Gruppe bringt ihre Expertise in der Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Kunststoffabfällen ein, während die Jokey Group das gewonnene Rezyklat für neue Verpackungen nutzt. Der gesamte Prozess wird von einer externen wissenschaftlichen Einrichtung begleitet, um die Sicherheit und Qualität der Recyclingrohstoffe zu gewährleisten. Unabhängige Labore prüfen den erzeugten Recyclingrohstoff umfassend. Die Projektpartner stehen in engem Austausch, um die Prozessschritte kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf industrielle Maßstäbe auszulegen.
Regulatorische Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Neben den technischen Aspekten adressieren Jokey und Remondis auch die regulatorischen Voraussetzungen. Der Recyclingprozess wurde als „Novel Technology“ bei der Europäischen Kommission eingereicht, um die Anerkennung für den Einsatz in Materialien mit Lebensmittelkontakt zu erhalten. Diese regulatorische Anerkennung ist entscheidend für den Markthochlauf und die Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR), die ab 2030 einen Mindestanteil von zehn Prozent Rezyklat in kontaktsensitiven Kunststoffverpackungen fordert.
Stimmen aus dem Projekt
Michael Schmitz, Sustainability Officer der Jokey Group, betont die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft als Gestaltungsauftrag und sieht im Pilotprojekt einen zentralen Schritt zur Etablierung zirkulärer Verpackungslösungen. Dr. Jacob Wehrle von Remondis hebt die Notwendigkeit definierter Sammelstrukturen hervor, um hochwertige PP-Rezyklate für kontaktsensitive Anwendungen zu ermöglichen.
Das Projekt von Jokey und Remondis zeigt, dass die Anforderungen der PPWR praktisch umsetzbar sind, wenn Sammlung, Recycling, Qualitätssicherung und Regulierung von Beginn an gemeinsam gedacht werden. Weitere Unternehmen aus der Lebensmittel-, Verpackungs- und Recyclingindustrie sind eingeladen, den Kreislauf aktiv mitzugestalten.
Quelle: Jokey Group






